Ist es Heimweh, das Sie in den Kantonsratssaal zurückführt?

Klaus Fischer: Nach fast zweijähriger Abwesenheit in dem Saal wieder anwesend zu sein, wo ich während 16 Jahren als Kantons- und als Regierungsrat vorwiegend positive Erinnerungen gesammelt und manch politische Ausmarchung erlebt habe, spielt das Emotionale schon etwas mit. Aber von «Heimweh» zu sprechen wäre dann doch etwas hoch gegriffen. Die Phase «Kantonale politische Arbeit» ist abgeschlossen, mein Beschäftigungsfeld liegt nun vermehrt in meiner Wohnregion im nördlichsten Teil unseres Kantons.

Die Synode wird von Ihrem Wissen und Netzwerk profitieren. Warum ist es gerade diese Institution, für die Sie sich engagieren?

Ich bekleide mehrere Ämter mit kultureller und sozialer Ausrichtung. Die Mitarbeit in der Synode ist also nicht mein erstes und einziges Engagement nach meiner Regierungszeit. Die Arbeit der drei Landeskirchen habe ich als Bildungs- und Kirchendirektor sehr positiv erleben dürfen. Das Engagement der Kirchen ist für den Staat unabdingbar, ich denke an die Jugendarbeit, an die Betreuung unserer älteren Mitbürger und allgemein von sozial Schwachen. Der Staat wäre in diesen Bereichen ohne Mithilfe der Kirchen überfordert. Und wenn ich hier mithelfen kann, entspricht dies meinem Gesellschaftsverständnis.

Wo liegt das Schwergewicht Ihrer Aufgabe als Personalverantwortlicher?

Mich interessiert die ganze Palette an Themen und Herausforderungen, mit denen sich der Vorstand der Synode auseinanderzusetzen hat. Ins Ressort «Personelles» werde ich mich einarbeiten müssen. Die Betreuung und Organisation der verschiedenen Fachstellen ist eine persönliche Herausforderung, der ich mich gerne stelle.

Bildung wird Sie auch im Synodalrat beschäftigen. Gemäss Lehrplan 21 war ursprünglich vorgesehen, das Fach Religionskunde in den Schulunterricht zu integrieren und von Lehrpersonen konfessionsunabhängig zu unterrichten. Was sagen Sie dazu?

Sie sprechen den Fachbereich «Ethik-Religion-Gemeinschaften» im Lehrplan 21 an. Solothurn verzichtet darauf, weil der Kanton damit keine Erfahrungen hat. Das zeigt die Lektionentafel, die das Volksschulamt Anfang März in die Vernehmlassung gegeben hat. Wie bisher soll auch künftig der Religionsunterricht in der Verantwortung der jeweiligen Religionsgemeinschaft bleiben.

Würde der bekenntnisunabhängige Unterricht über Religion nicht eher den Bedürfnissen vieler Schüler entsprechen?

Als Bildungsdirektor habe ich mich für das Fach Religionskunde im Lehrplan 21 stark gemacht. Ich schrieb diesem eine grosse Bedeutung zu. Es hätte für die Kinder und Jugendlichen einen wichtigen Beitrag zur Identitätsbildung und Orientierung geleistet. (APB)