CBD? Es sind drei Buchstaben, die derzeit meist in einem Atemzug mit einem der folgenden drei Begriffe genannt werden: Boom, Hype oder Trend. CBD steht für Cannabidiol. Es ist neben THC, dem Tetrahydrocannabinol, die am stärksten in Cannabis enthaltene Substanz. Während jedoch THC berauschend wirkt, ist CBD nicht psychoaktiv.

In der Schweiz sind Cannabis-Produkte, die weniger als ein Prozent THC enthalten, nicht mehr verboten. Im Jahr 2016 erlaubte das Bundesamt für Gesundheit den Verkauf von THC-armem Cannabis, das dafür einen hohen Gehalt an CBD hat.

Seit der erste legale Joint auf den Markt kam, scheint es kein Halten mehr zu geben. Zahlreich sind die Firmen, die vom Geschäft mit CBD profitieren wollen. Und noch zahlreicher sind die Konsumenten, die auf den Geschmack gekommen sind.

Der Polizei bereitet CBD-Cannabis allerdings Probleme: Es lässt sich mit blossem Auge nicht von illegalem Cannabis mit höherem THC-Gehalt unterscheiden. Die Blüten ähneln sich und riechen auch identisch. Deshalb blieb Polizisten bei Kontrollen bisher nichts anderes übrig, als den Stoff sicherzustellen und im Labor auf den THC-Gehalt hin überprüfen zu lassen. Ein so aufwendiges wie kostspieliges Unterfangen, jede Untersuchung soll den Steuerzahler nämlich rund 300 Franken kosten.

Überprüfung dauert zwei Minuten

Doch nun soll ein neuartiger Schnelltest die Arbeit der Kantonspolizei Solothurn erleichtern – und auch den Kontrollierten einige Strapazen ersparen. Seit diesem Monat werden die Tests eingesetzt, bestätigt Polizeisprecher Andreas Mock auf Anfrage. «Es ist gewährleistet, dass jede Polizistin und jeder Polizist nun Zugriff auf die Tests hat.»

Solothurn gehört damit zu den ersten Kantonen, die breitflächig auf das Verfahren setzen. Die Überprüfung vor Ort dauert bloss zwei Minuten. Und ein «Schnelltest für Cannabis-Typisierung» kostet, so Angaben der Polizei, weniger als fünf Franken.

Ein Test-Set besteht aus einem Plastiksäckchen, das zwei Glasampullen mit einer chemischen Flüssigkeit und einer Pinzette enthält. Mit der Pinzette legen die Polizisten zuerst kleinste Proben des Hanfs in das Säckchen. Dann werden die Ampullen zerdrückt. Färbt sich die chemische Flüssigkeit rot, handelt es sich um nicht strafbaren CBD-Hanf. Ist sie hingegen blau, handelt es sich um illegalen Hanf mit hohem THC-Gehalt.

Vorsicht hinter dem Steuer

Der Test ist vom forensischen Institut Zürich entwickelt worden, hergestellt wird er von einer Schweizer Firma. Nach einer mehrmonatigen Testphase der Zürcher Polizeikorps wird er seit Dezember definitiv eingesetzt. Wie es beim Institut heisst, hätten noch zahlreiche weitere Behörden ihr Interesse angemeldet. Ein Labortest ist fortan nur noch dann nötig, wenn der Schnelltest THC-positiv ausfällt, der Besitzer des Hanfs dies aber bestreitet.

Trotz legalen Konsums: Unter gewissen Umständen können auch CBD-Konsumenten mit der Justiz aneinandergeraten. Weil auch CBD-Hanf in der Regel geringe Mengen THC enthält. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät deshalb davon ab, sich unter dem Einfluss von CBD-Produkten ans Steuer zu setzen. Denn laut BAG-Experten kann beim Rauchen von CBD-Zigaretten der gemäss Strassenverkehrsgesetz geltende Grenzwert für THC von 1,5 Mikrogramm pro Liter Blut schnell überschritten werden. Angesichts des tiefen Grenzwerts gilt faktisch Nulltoleranz.