«Wir haben ein sehr intensives Jahr hier im Kantonsrat erlebt», meinte Ratspräsident Peter Brotschi (CVP, Grenchen) am Mittwoch in seiner Schlussansprache. Ein Jahr mit 21 Sitzungen habe es seit zwei Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Damals aber, 1994, als sich das Parlament zu 22 Sitzungen getroffen habe, sei die Kantonalbankaffäre aktuell gewesen. Unter den «grossen Brocken» des zu Ende gehenden Jahres hob Brotschi den Massnahmenplan (mit seinen Folgegeschäften), den Neuen Finanzausgleich, das Pensionskassengesetz sowie das Wirtschafts- und Arbeitsgesetz besonders hervor.

Und natürlich erinnerte sich auch der Präsident für das Jahr 2014 an die vielen unvergesslichen Begegnungen ausserhalb des Ratssaals – bei den unzähligen Auftritten im ganzen Kanton. Dabei habe er eindrücklich erfahren dürfen, «wie sehr unzählige Menschen mit sehr grossem Engagement in den verschiedensten Bereichen tätig sind». Mit viel Herzblut werde in den Verbänden und Organisationen gearbeitet. Diese Arbeit bezeichnete der scheidende Präsident als «unendlich wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft». «Ich habe aber auch sehen müssen, dass viele Verbände Nachwuchssorgen haben und die Individualisierung unserer Gesellschaft hier ihre deutlichen Spuren hinterlässt.»

Gerade im Hinblick auf den Zusammenhalt bereite ihm das Sorgen. Er müsse aber zugeben, so Brotschi weiter, dass auch er kein Gegenrezept zu diesem Rückzug ins Private kenne. «Ausser dass wir, die wir ein politisches Amt bekleiden dürfen, auch immer darauf hinweisen, wie erfüllend und sinnstiftend ein ehrenamtliches Engagement sein kann.» Aller Arbeit und gelegentlichem Ärger zum Trotz.

Eines bestätigte Brotschi: «Ja, es gibt ihn, diesen ‹Solothurner Geist› – das habe ich in den vergangenen Monaten erleben dürfen, nicht nur bei all den Verbänden und Organisationen, sondern auch in diesem Ratssaal.» Bei allen politischen Differenzen habe er auf der menschlichen Ebene ein gutes Einvernehmen wahrgenommen. (uw)