«Mit teilweise falschen, missverständlichen oder verurteilenden Inhalten» hätten verschiedene Personen über sie gesprochen, moniert die Ärztegesellschaft Avanti in Bezug auf die Berichterstattungen vom 23. und 24. Januar 2019 gegenüber dieser Zeitung.

«Wir propagieren weder Sex in der Therapie, noch findet solcher in unserer Arbeit statt», halten die Lüsslinger Ärzte fest. Vielmehr gehe es darum, «dass in einer Therapie alles gefühlt und besprochen werden darf». Dazu gehörten «auch alle Themen rund um die Sexualität». Zum Beispiel, wenn der Klient oder die Klientin sich zum Therapeuten oder zur Therapeutin hingezogen fühle. «Avanti» betont: «Gemeint ist nicht, dass sexuelle Handlungen zwischen Therapeuten und Klienten ausgeführt werden sollen. Sexuelle Handlungen in einer solchen Abhängigkeitsbeziehung halten wir, in Übereinstimmung mit Gesetz und Standesregeln, für Missbrauch und schädlich.»

Weiter wehren sich die Lüsslinger Ärzte gegen die Aussage, «Aussteiger» aus der Gemeinschaft hätten ausgesagt, es sei zu illegaler Abgabe von Drogen gekommen. Diese Äusserungen stammten von zwei Personen, die «Avanti» bekannt seien, jedoch nie zur Kirschblütengemeinschaft oder zur Ärztegesellschaft gehört hätten, «sondern die aus persönlichen Gründen seit Jahren Verleumdungen äussern, um uns zu diffamieren und zu schaden.» «Es sind unwahre Behauptung und angebliche Beweise gab es nie», stellt «Avanti» klar.

Zudem gibt es zwei Aussagen, denen die Ärztegesellschaft ebenfalls widerspricht. Erstens: Die Aussage, der Jahre zurückliegende Knatsch zwischen zwei Ärzten habe mit einem Vergleich geregelt werden können, lege nahe, «wir wären auch damals angezeigt worden». In Tat und Wahrheit habe die Lüsslinger Ärztegesellschaft «die obersten Psychiater des Kantons vor der Standeskommission wegen Verleumdung angezeigt, worauf diese eine Vereinbarung unterschreiben mussten, keine solchen verleumderischen Aussagen mehr in der Öffentlichkeit zu verbreiten».

Zweitens: Dem Zitat von Thomas Ackermann, Präsident der Solothurner Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, ihre Aussagen über Sexualität und Therapie seien «eine massive Grenzüberschreitung», halten die Lüsslinger Ärzte ihrerseits entgegen: «Die öffentlichen Verleumdungen, ohne ein einziges persönliches Gespräch, das wir mehrfach angeboten haben, stellen die eigentliche, massive Grenzüberschreitung und Verletzung der Standesregeln dar.»