Kanton Solothurn

Kirchgemeinden ringen mit den Finanzen

Kurt von Arx, Präsident Römisch-katholische Synode Solothur, in der neu renovierten Egerkinger St. Martinskirch.

Kurt von Arx, Präsident Römisch-katholische Synode Solothurn

Kurt von Arx, Präsident Römisch-katholische Synode Solothur, in der neu renovierten Egerkinger St. Martinskirch.

Die Römisch-katholische Synode genehmigt die Zuteilung der begrenzten Geldmittel.

97 Personen, davon 78 Stimmberechtigte, nahmen in Kriegstetten an der Herbstversammlung der Römisch-katholischen Synode des Kantons Solothurn teil. Synodalpräsident Kurt von Arx führte durch die Traktandenliste mit dem Schwerpunkt Finanzen und begrüsste insbesondere Georges Schwickerath. Er ist der neu ernannte Bischofsvikar der Bistumsregion Sankt Verena, zu der auch der Kanton Solothurn gehört.

Erstmals erfolgt die Zuteilung der Finanzen im Rahmen des Neuen Finanzausgleichs Kirchen (NFA). Dieser bezweckt die Zuteilung der Mittel an die Kirchgemeinden gemäss Anzahl Mitglieder, die Verringerung der Unterschiede in der Steuerbelastung zwischen den Kirchgemeinden und die Entlastung finanzschwacher Kirchgemeinden. Gesamthaft stehen dafür 2020 für die Römisch-Katholiken voraussichtlich 5.8 Mio. Franken zur Verfügung. Ein Sockelbeitrag von 40 Prozent geht an die Synode zur Erfüllung gesellschaftlicher Aufträge.

Der Steuerfuss der Römisch-katholischen Kirchgemeinden im Kanton betrug 2019 durchschnittlich 17.62 Prozent; die Spannweite reicht von 12 für die Kirchgemeinde St. Niklaus bis 28 für die Kirchgemeinde Kienberg. Die vom Synodalrat in Absprache mit dem kantonalen Amt für Gemeinden beantragten Steuerungsgrössen 2020 wurden von der Versammlung einstimmig beschlossen.

Über die Synodalrechnung, die von den Kirchgemeinden gespeist wird, werden insbesondere die anderssprachigen Missionen sowie Beiträge an kirchliche Institutionen finanziert. Dafür stehen 2020 etwa 2.5 Mio. Franken zur Verfügung. Das ausgeglichene Budget wurde genehmigt.

Die Finanzausgleichsrechnung teilt 40 Prozent der Mittel aus dem NFA zu. Im Jahr 2020 sind das noch etwa 2.5 Mio. Franken, die für Beiträge an Fachstellen, an private Drittorganisationen mit Leistungsvereinbarung, im Bereich Ökumene und für diverse Gesuche verwendet werden. Die Versammlung stimmte auch diesem Budget zu. Ab 2021 werden jährlich nur noch 2.3 Mio. Franken zur Verfügung stehen, was zu einer Verminderung der Beiträge führen wird. Die Änderung der Dienst- und Gehaltsordnung sieht Verbesserungen bei den Treueprämien vor, die künftig nach 10, 20 und 30 Dienstjahren ausgerichtet werden statt wie bisher nach 25 und 40 Jahren.

Zum Schluss der Veranstaltung stellte die Geschäftsleiterin von Caritas Solothurn, Fabienne Notter, unter dem Schlagwort «Krankheit macht arm und Armut macht krank» die Tätigkeit zu Gunsten von bedürftigen und randständigen Bevölkerungsgruppen vor. Caritas Solothurn erhält jährliche Beiträge der Synode unter einer Leistungsvereinbarung.
2020 wird nach einem Unterbruch von einigen Jahren wieder eine «Lange Nacht der Kirchen» durchgeführt. (sst)

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