evangelisch-reformierten Kirche Kanton Solothurn
Kirchen sollen auf den Tisch klopfen, wenn sie in der Pandemie vergessen werden — so Ankli an der Synode

Remo Ankli zu Gast an der Synode der Reformierten in Dornach.

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Die Kirchen wurden in der ersten Coronawelle fast vergessen, so Remo Ankli. (Archivbild)

Die Kirchen wurden in der ersten Coronawelle fast vergessen, so Remo Ankli. (Archivbild)

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Auch für die Synode der evangelisch-reformierten Kirche Kanton Solothurn war es eine Versammlung unter ganz besonderen Umständen: Sie fand in Dornach nicht in der Timotheus-Kirche, sondern unter Coronasicherheitsmassnahmen in der Aula des Schulhauses Brühl statt, mit Schutzmasken für die Synodalen, Sicherheitsabstand und bei geöffneten Fenstern für frische Luft.

Die Kirchen sollen «auf den Tisch klopfen»

Dennoch nicht nehmen liess es sich Regierungsrat Remo Ankli, das Kirchenparlament zu besuchen. In seinem Grusswort erklärte er im Hinblick auf die Pandemie, wir alle seien gezwungen, in einer neuen Realität zu leben. Doch die neue Realität sei nicht das Ziel, das wir anstreben sollten, «sondern die alte», so Ankli. «

Wir sollten so viel wie möglich von der alten Realität in die jetzige Zeit retten.» Und dazu gehöre auch das kirchliche Leben. Für Remo Ankli, studierter Theologe, sind die Kirchen für die Gesellschaft systemrelevant, auch wenn die Politik die Kirchen in der ersten Coronawelle im Frühling fast vergessen habe.

Gottesdienste und Veranstaltungen wurden lange Zeit untersagt. Das dürfe in der zweiten Welle nicht geschehen. «Bildung, Kultur und Kultus sind in der Pandemie verletzlich», sagte Ankli. Die Schulen müssten offen bleiben, die Kultur leide unter den Einschränkungen und für den Kultus, sprich die Kirchen, sei es schwierig. «An Weihnachten muss man einen Weg finden, bei dem man nicht alles über Bord wirft», erklärte der Regierungsrat im Hinblick auf die kommende Festzeit.

Remo Ankli forderte die Kirchen auf, auf «den Tisch zu klopfen», falls die Politik sie erneut vergessen sollte. Der Dornacher Synodale Fredi Buchmann griff Anklis Votum auf und forderte, die Kirchen müssten sich gegen die Sparmassnahmen der SRG wehren. Sie hatte angekündigt, unter anderem die Sendung «Blickpunkt Religion» aus dem Programm zu kippen. «Die SRG hat einen Leistungsauftrag und sollte nicht gerade bei der Religion und Kultur sparen», meinte Buchmann.

Im geschäftlichen Teil verabschiedeten die Synodalen einstimmig die Rechnung der Synode und des Finanzausgleichs, die Synodalrat Markus Leuenberger präsentierte. Die Ertragsüberschüsse von 15'500 Franken und 10'780 Franken wurden dem Eigenkapital zugewiesen. (szr)