Martin H. (Name geändert) hat am Solothurner Obergericht erfolgreich Berufung eingelegt. Der 46-Jährige, der ab Februar 2011 sein damals 2½-jähriges Patenkind während fast drei Jahren sexuell missbrauchte, wurde von den zwei erneut infrage stehenden Anklagepunkten freigesprochen.

Wie Oberrichter Daniel Kiefer ausführte, konnte der Nachweis nicht erbracht werden, dass es sich bei einer pornografischen Abbildung um eine Aufnahme des Peinigers und des Opfers handelte. Martin H. hatte dies am Dienstag vor dem Obergericht vehement bestritten. Der Oberrichter hielt fest, dass die Zweifel zu gross seien, das Bild könnte auch aus dem Internet stammen.

Damit wurde der Vorhalt «Eindringen des Beschuldigten mit seinem Penis in den Anus des Geschädigten» fallen gelassen. Ein weiteres Bild, das zum Vorhalt «Ejakulation auf das Gesicht des Geschädigten» geführt hatte, konnte ebenfalls nicht eindeutig identifiziert werden. Die weissen Flecken auf dem Gesicht des Jungen seien «eher nicht als Sperma anzusehen», so der Oberrichter.

Verurteilt wurde Martin H. wegen Schändung, sexuellen Handlungen mit einem Kind und Herstellen und Besitz von Pornografie. Die vergangenes Jahr vom Amtsgericht Thal-Gäu gesprochene Freiheitsstrafe von 7½ Jahren wurde auf 5 Jahre reduziert. Sie wird aufgeschoben zugunsten einer stationären Massnahme. (HEI)