Der Mann, der letzte Woche wegen mehrfacher Pornografie vor dem Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt stand, wurde freigesprochen. Als Gründe nannte Gerichtspräsident Stefan Altermatt unter anderen, dass nur in zwei der sechs verdächtigen Videos die Darsteller eindeutig Kinder seien.

Die seien aber vor der ersten Hausdurchsuchung hergestellt, das heisst heruntergeladen und gespeichert worden. Diese würden aus dem Zeitrahmen im Strafbefehl fallen. Ausserdem gebe es keine eindeutigen Hinweise darauf, dass der Angeklagte gezielt nach Kinderpornografie gesucht hätte. Er habe verdächtige Dateien umgehend gelöscht. Zudem sei die Zahl der illegalen Pornografie-Videos im Vergleich zu den legalen 1'000 «verschwindend klein».

Der Angeklagte habe nur fahrlässig gehandelt, nicht eventualvorsätzlich. Zwar sei er ein relativ grosses Risiko eingegangen, als er über die Tauschbörse eMule nach Pornos suchte. Und einige Dateien seien infolge Verschlüsselung unüberprüfbar gewesen. Es gelte «im Zweifel für den Angeklagten». Altermatt wies den Vorwurf des Angeklagten, dass die Behörden Daten manipuliert hätten, nochmals zurück. Die erste Hausdurchsuchung fand übrigens nicht wie ursprünglich berichtet wegen Steuerdelikten statt, wie der Angeklagte vermutete, sondern wegen einer Meldung der Bundesbehörde Kobik. Die Anwaltskosten (drei Anwälte hintereinander) von 12'200 Franken muss der Staat bezahlen. Ebenso die Verfahrenskosten von 7'480 Franken. Der Freigesprochene erhält eine Genugtuung von 2'000 Franken. (omb)