«Kinderfreundliche Gemeinde»
Kinder und Jugendliche aktiv im Gemeindeleben einbeziehen – Kanton fördert Zertifizierung

Damit Kinder und Jugendliche auf Gemeindeebene mehr Beteiligungsmöglichkeiten erhalten, fördert der Kanton im laufenden Jahr die Zertifizierung von Solothurner Gemeinden als «Kinderfreundliche Gemeinde». Bisher gehören Grenchen und Laupersdorf dazu.

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Laupersdorf und Grenchen sind als einzige Gemeinden im Kanton zertifiziert.

Laupersdorf und Grenchen sind als einzige Gemeinden im Kanton zertifiziert.


Bruno Kissling

Die beiden Solothurner Gemeinden Grenchen und Laupersdorf sind bereits als «Kinderfreundliche Gemeinde» ausgezeichnet. Dieses Label wird von UNICEF unter anderem an Gemeinden vergeben, die Kinder und Jugendliche bei Gestaltung des Gemeindelebens aktiv einbeziehen.

Der Kanton hat die Förderung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen für die Jahre 2019 bis 2021 als Schwerpunktthema festgelegt und unterstützt aus diesem Grund die Gemeinden im Jahr 2021 bei der Erlangung des UNICEF-Labels finanziell, heisst es in einer Mitteilung.

Blickwinkel verändern

Mithilfe der finanziellen Unterstützung will der Kanton weitere Solothurner Gemeinden dazu motivieren, die Schritte in Richtung «Kinderfreundliche Gemeinde» zu gehen. Damit beabsichtigt er, das direkte Lebensumfeld von Solothurner Kindern und Jugendlichen nachhaltig kinder- und jugendfreundlich zu gestalten.

Laut dem Gemeindepräsident von Laupersdorf, Edgar Kupper, habe die Auseinandersetzung mit den Anliegen der Jüngsten in der Gemeinde den Blickwinkel verändert und viele positive Signale und Aktionen ausgelöst. Nebst dem aktiven Einbezug von Kindern und Jugendlichen wird in Grenchen zudem die erhöhte politische Verankerung von kinder- und jugendbezogenen Themen begrüsst.

Der Weg zur «Kinderfreundlichen Gemeinde»

Damit sich eine Gemeinde als «kinderfreundlich» ausweisen darf, müssen verschiedene Massnahmen umgesetzt werden.

  1. In einem ersten Schritt wird in Zusammenarbeit mit der UNICEF untersucht, welche lokalen Angebote existieren, wie sich Kinder und Jugendliche in der Gemeinde einbringen können und wo noch Lücken bestehen.
  2. Im Anschluss werden Kinder und Jugendliche stark miteinbezogen: Sie können an Workshops ihre Wünsche und Anregungen äussern und so die Weiterentwicklung der Kinderfreundlichkeit in der Gemeinde direkt beeinflussen.
  3. Davon ausgehend erstellt die Gemeinde einen «Aktionsplan», der vom Gemeinderat verabschiedet wird. Dieser «Aktionsplan» definiert die Ziele der Gemeinde in ihrer Kinder- und Jugendpolitik für die nächsten vier Jahre.
  4. Kann die Gemeinde den Prozess erfolgreich abschliessen, erhält die Gemeinde schliesslich das Label «Kinderfreundliche Gemeinde».

(sks)