RS-Virus
Kinderarzt: «Todesfälle wegen RS-Virus sind selten»

Viele Babys und Kleinkinder in der Schweiz leiden derzeit unter den Atemwegserkrankungen, die durch das Respiratory-Syncytial-Virus (RS-Virus) ausgelöst werden. Auch in der Kindergruppenpraxis in Solothurn wurden schon kleine Patienten eingeliefert.

Merken
Drucken
Teilen
Säuglinge mit Verdacht auf RSV Infektion werden untersucht. (Symbolbild)

Säuglinge mit Verdacht auf RSV Infektion werden untersucht. (Symbolbild)

Das RS-Virus ist immer Thema in der Kindergruppenpraxis Solothurn. Besonders alle zwei Jahre, wenn sich das Virus vermehrt zeigt. Weshalb es diesen zweijährigen Zyklus gebe, wisse man nicht, sagt der Kinder- und Jugendarzt Oliver Adam. Er rechnet damit, dass das RS-Virus diesen Winter aber noch heftiger als vor zwei Jahren ausfällt.

Respiratory-Syncytial-Virus (RS-Virus)

Infektionen mit diesen RS-Viren führen besonders bei Säuglingen und Kleinkindern zu Husten, Bronchitis, Atemnot. Bei den meisten Patienten ist der Verlauf der Krankheit nicht gefährlich. Einige Säuglinge oder Kleinkinder haben jedoch Mühe mit dem Atmen und müssen mit Sauerstoff und Nahrung versorgt werden, damit sie nicht austrocknen.

Nach durchschnittlich sieben Tagen klingen die Symtome ab. (ldu)

Genaue Zahlen, wie viele der in der Gruppenpraxis behandelten Patienten am RS-Virus leiden, kann der Arzt nicht nennen. Dies, weil kein medizinischer Nachweis erbracht werde, ob ein Säugling oder Kleinkind am RS-Virus leide. Schlussendlich sei das RS-Virus ein Virus, so Adam. Und diese könnten nicht mit Medikamenten behandelt werden. Die Ärzte behandeln die kleinen Patienten deshalb unabhängig von der Art des Virus.

Kein Grund zur Panik

Da Säuglinge gleichzeitig trinken und atmen müssen, kann das RS-Virus problematisch sein. «Wir schauen, ob das Kind genug Sauerstoff erhält und ob es noch trinken kann», erklärt Adam das Behandlungsvorgehen. Könne es nicht trinken, drohe es auszutrocknen.

Die meisten Patienten könnten aber wieder nach Hause. «Wir schicken nur einen kleinen Prozentsatz der behandelten Kinder ins Spital», so Adam. Grund zur Panik gebe es nicht. «Todesfälle sind selten.»

Keine Fälle im Bürgerspital

In den Solothurner Spitälern (Bürgerspital Solothurn, Kantonsspital Olten und Spital Dornach) gibt es keine Pädiatrie. Deshalb sei das RS-Virus auch kein Thema, sagt Eric Send, Mediensprecher der Solothurner Spitäler AG. Es sei etabliert, dass sich die Eltern bei Problemen direkt an ein naheliegendes Kinderspital in Bern, Basel oder Aarau wenden würden. (ldu)