Synode reformierte Kirche
«Kinder dürfen nicht für Agitation und politische Zwecke missbraucht werden»

Regierungsrat Remo Ankli sprach an der Synode der reformierten Kirche Kanton Solothurn. Er verurteilt die Instrumentalisierung von Kindern in der türkischen Heimatkunde.

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Remo Ankli sprach an der Synode. (Archiv)

Remo Ankli sprach an der Synode. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Als Gast an der Synode der reformierten Kirche Kanton Solothurn begnügte sich Bildungsdirektor Remo Ankli nicht damit, die Grüsse des Regierungsrats zu überbringen und der Kirche für ihr Engagement zu danken. Er äusserte sich auch pointiert zu Vorfällen im türkischen Heimatkunde-Unterricht, die für Aufsehen sorgten: Schulkinder hatten an Gedenkfeiern in Uniform und mit Waffen die Schlacht von Gallipoli nachgespielt.

Das Verhältnis zwischen Staat und Kirchen sei gut, erklärte Remo Ankli. Es seien aber andere Religionen, welche die Politik beschäftigen. Es gehe nicht an, dass man Kinder für Agitation und politische Zwecke missbrauche. Die Politik müsste da genauer hinschauen und die Signale erkennen. Ein Antrag verlange nun von der Regierung, eine Charta zu erstellen, in der die Glaubensgemeinschaften erklären müssen, dass sie die demokratischen Werte einhalten.

Remo Ankli findet die Idee gut, fragt sich jedoch, wie weit der Kanton die Umsetzung überprüfen könne, so dass die Charta nicht zum «Papiertiger» werde. «Die Regierung will diese Diskussion führen, gerade vor dem Hintergrund der Migration», so Ankli. Es gehe um nichts Geringeres als um die Frage und Durchsetzung der eigenen demokratischen Werte.

Geld für Syrien

Die Synodalen zeigten sich an der Frühjahrs-Synode in Büren grosszügig. Sie folgten dem Antrag des Oltners Alex Weibel und erhöhten den Beitrag an das Hilfswerk der Evangelischen Kirche der Schweiz auf 10'000 Franken. Das Geld kommt den Flüchtlingen in Syrien zugute. Hintergrund dieser solidarischen Aktion waren die guten Rechnungen der Synode und des Finanzausgleichs, die Synodalrat Markus Leuenberger präsentierte.

Die Synodenrechnung schliesst mit einem Gewinn von 98'758 Franken ab, die des Finanzausgleichs mit einem Überschuss von 99'500 Franken. Die Gewinne werden dem Eigenkapital gutgeschrieben.

Strengere Subventionspraxis

Trotzdem rüstet sich die Kirche für die Zeiten, in der die Beiträge zurückgehen werden. Die Synodalen bewilligten die neue Ausrichtung der Bausubventionen, die künftig nur noch an die Sanierung von Kirchen, Kirchgemeindehäusern und Pfarrhäusern gezahlt werden. Erwirbt eine Kirchgemeinde Land und Liegenschaften, um Geld anzulegen, werde dies nicht mehr subventioniert, so Markus Leuenberger.

Angenommen wurde auch die Teilrevision des Konkordats zur Aus- und Weiterbildung der Pfarrer und Pfarrerinnen. Das sei notwendig geworden, weil das bisherige Verfahren zu teuer und zu wenig effizient war, sagte Synodalrat Erich Huber.

Umstrittene Tests

Umstritten waren die Eignungsprüfungen für den Pfarrberuf, welche die Studierenden durchlaufen mussten. «Man hat manchmal die falschen ausgesondert – jene, die sich gut verkaufen konnten, waren im Vorteil», bemängelte Huber. (szr)