Rockband
«Killer» suchen via Crowdfunding nach Unterstützung für ihr neues Album

Die Solothurner Rockband Killer will 2018 ihr neues Album produzieren. Doch die Zeiten sind hart für Musiker. So wenden sich Killer mit einer speziellen Message an ihre Fans: Für ihr neues Album suchen sie via Crowdfunding nach Unterstützern.

Chantal Gisler
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Killer im Jahr 2017: v.l. Andy Lickford, Peter Berger, Roberto Antonucci, Emi Bassbabe und Crown Kocher.
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So sah das noch ganz zu Beginn aus: Killer im Jahr 1981.
Ende 1982 waren Killer Vorband von Motörhead auf deren Deutschland- und Schweiz-Tournee
Konzert im November 1982 in Ludwigshafen. Nach dem Konzert verspielte Crown Kocher seine ganze Gage beim «PacMan»-Spiel.
Lemmy Kilmister von Motörhead mit Crown Kocher
Darauf folgte ein Konzert in Offenbach. «Schon beim ersten Ton merkte ich, dass sich bei uns langsam eine gewisse Professionalität breit machte», schrieb Crown Kocher dazu.
Ein Revival gabs 20 Jahre nach dem grossen Erfolg. 2002 trat die Band im Kofmehl auf.
Das nächste Konzert gabs dann 2006, ebenfalls im Kofmehl. Im Bild: Leadsänger Andy Lickford.
Der Böse-Buben-Look gehörte von Anfang zu Killer. Ein Bild aus dem Jahr 2011.
Die Solothurner Band Killer
Andy Schumacher, Andy Lickford, Crown Kocher, Noisy Miller, Rob Strangler

Killer im Jahr 2017: v.l. Andy Lickford, Peter Berger, Roberto Antonucci, Emi Bassbabe und Crown Kocher.

MD9.ch

Crown Kocher sitzt auf der Couch und sieht in die Kamera. Im schwarz-weiss gestreiften Gefängnisoutfit, so wie seine Fans den Entertainer kennen und lieben. Doch zu lachen gibt's dieses Mal nicht viel, denn der Kultrocker der dieses Jahr wieder auferstandenen Band wendet sich mit einer wichtigen Botschaft an seine Fans: «Wir haben hier eine Demo-CD mit zwölf neuen Songs, die wir gerne aufnehmen würden.» Das Problem: Die Aufnahme kostet einen ganzen Batzen Geld – Geld, das die Band so nicht hat. 10'000 Franken sind dafür nötig. «Wir brauchen rund 8'000 Franken für die Aufnahmen, Mixing & Mastering in einem professionell arbeitenden Tonstudio, sowie 2'000 Franken für die Produktion der CD’s.»

Doch die Plattenfirma der Killer will kein Geld für eine neue CD investieren. «Dies nicht zuletzt aufgrund des totalen Overkills an Bands und musikalischen Veranstaltungen, sowie der zunehmenden Tendenz des kostenlosen Downloads von Musiktiteln.» Aus diesem Grund hat sich die Band dazu entschlossen, einen Crowdfundingaufruf zu starten, mit dem das nötige Geld für das Album eingenommen werden soll. «Natürlich», räumt Kocher im Video ein, «könnten wir in irgend ein Pannenflickerstudio gehen und Amateuraufnahmen machen. Aber das würde uns nicht gefallen und euch schon gar nicht.» Der Rocker weiss, wovon er da spricht. Bereits vier Alben hat die 1979 gegründete Band produziert. 2012 löste sich sie sich zwar auf – aber nur vorübergehend: Denn seit diesem Jahr rockt Gründungsmitglied Kocher mit vier anderen Männern unter gleichem Namen wieder die Bühnen der Schweiz.

Auf dem neuen Album mitspielen

Zwischen 10 und 5000 Franken können auf einmal gespendet werden. Dafür gibts je nach Betrag auch ein «Goodie» der Band. So erhält man beispielsweise für 30 Franken eine von allen Bandmitgliedern signierte CD vom neuen Album. Für nur 2700 Franken mehr bietet die Band ihren Unterstützern etwas Einmaliges: «Du kriegst die Chance, auf dem neuen Killer Album mitzumachen. Entweder kannst Du bei einem Song ein Gitarrensolo spielen oder die Backing Vocals mitsingen.»

Doch was passiert, wenn sie das nötige Geld nicht innert Frist auftreiben können? «Das wäre sehr schade», meint Kocher im Gespräch mit der SZ. «Dann würden wir einfach weiterhin auf Tournee gehen und unsere bisherigen Songs und Alben vermarkten.» In diesem Falle würden die Unterstützer ihr gespendetes Geld wieder zurück erhalten. Aber der Kultrocker vertraut auf seine Fans: «Da wird schon irgendwas zusammen kommen.»

Damit könnte er nicht ganz unrecht haben, denn bereits nach 24 Stunden wurden 710 Franken gespendet. «Und falls nach den Aufnahmen noch etwas übrig bleiben sollte, investieren wir das Geld in ein Musikvideo», verspricht Kocher. An den Spenden bereichern wollen sich die Rocker auf keinen Fall.