Regierungsrat
Keiner der drei neuen Regierungsräte wünscht sich die Bildung

Die neuen Regierungsräte sind gewählt. Nun steht das Gremium vor der Wahl, wer welches Departement übernimmt. Einzig um das Bildungsdepartement reisst sich niemand.

Urs Mathys
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Neu gewählte Regierungsräte (vl.): Remo Ankli, Roland Fürst und Roland Heim Hanspeter Baertschi

Neu gewählte Regierungsräte (vl.): Remo Ankli, Roland Fürst und Roland Heim Hanspeter Baertschi

Die Würfel sind gefallen, am 29. April steht das neu gewählte Gremium selber vor der Wahl, wer welches Departement übernehmen darf – oder muss. Die erste Wahl kommt Usus gemäss den Bisherigen zu (wir berichteten): Weil Esther Gassler (FDP) und Peter Gomm (SP) gleich lange - seit 2005 - in der Regierung sitzen, bringt das erste Kriterium Amtsdauer für sich keine Klärung der Wahlreihenfolge. Zweites Kriterium ist das Lebensalter. Als Erste kann deshalb Gassler (Jahrgang 1951) entscheiden, ob sie Volkswirtschaftsdirektorin bleiben oder das Departement wechseln will, erst dann ist Innenminister Gomm (1959) an der Reihe. Das Lebensalter entscheidet auch bei den drei neuen Regierungsmitgliedern über die Reihenfolge. Das heisst: Zuerst kann CVP-Mann Roland Heim (Jahrgang 1955) wünschen, dann sein Parteikollege Roland Fürst (1961), zuletzt der Freisinnige Remo Ankli (1973).

Wechseln Gassler oder Gomm?

Im Vorfeld der Gesamterneuerungswahlen wollten sich die Kandidaten bezüglich ihrer Wünsche nicht in die Karten blicken lassen. Die Bisherigen haben – zumindest öffentlich – keine Wechselgelüste bekundet. Ein Wechsel Gomms würde überraschen, weil das Innere ihm zwar viel Ungemach – zum Beispiel mit dem Asylwesen – bringt, aber anderseits auch grossen Gestaltungsspielraum – mit dem Spital- und Gesundheitsbereich – bietet.

Weil die FDP das Schlüsseldepartement Finanzen nach dem Abgang von Christian Wanner wohl nur ungern aus den Händen geben dürfte, wird von einzelnen Beobachtern nicht ausgeschlossen, dass Gassler wechselt. Dies umso mehr, als Ankli als Jüngster im Gremium seine Wünsche zuletzt äussern kann. Dass sich Gassler aus Gründen der Parteiräson für allenfalls nur noch zwei (bei einem vorzeitigen Rücktritt), maximal vier Jahre dazu hergibt, scheint aber zweifelhaft.

Kein Wunschdepartement: Bildung

Am gestrigen Wahlsonntag unterstrichen alle drei Neugewählten ihre Bereitschaft, grundsätzlich für jedes Departement offen zu sein. Als Wunschdepartement bezeichnete Roland Heim aber die Finanzen; während sein Parteikollege Roland Fürst mit dem Bau- und Justizdepartement (bisher Walter Straumann, CVP), den Finanzen oder der Volkswirtschaft liebäugelt. Wunschdepartement von Remo Ankli ist wiederum der Bau.

Bemerkenswert bei all dem: Einzig um das Departement für Bildung und Kultur scheint sich niemand wirklich zu reissen. Sicher ist nur: Jemand wird die Dauerbaustelle des scheidenden Klaus Fischer (CVP) übernehmen. Notfalls wohl oder übel: Am Ende des Wunschkonzertes entscheidet das Gremium per Mehrheitsentscheid.