Obergericht

Keine Tötungsabsicht: Messerstecher muss nicht ins Gefängnis

Das Gericht kam zum Schluss, dass sich Damir L.* in einer Notwehrsituation befand, er aber unverhältnismässig vorging, als er das Messer ohne Vorwarnung in den Oberbauch des Opfers gestossen habe. (Symbolbild)

Das Gericht kam zum Schluss, dass sich Damir L.* in einer Notwehrsituation befand, er aber unverhältnismässig vorging, als er das Messer ohne Vorwarnung in den Oberbauch des Opfers gestossen habe. (Symbolbild)

Der Gang vor Obergericht hat sich für einen 50-jährigen Mazedonier Damir L.* gelohnt. Das Gericht liess die vom Amtsgericht Thal-Gäu als Tatbestand anerkannte versuchte vorsätzliche Tötung fallen und reduzierte das Urteil der Vorinstanz.

Die Strafe für Damir L.* wurde von 4½ Jahren Freiheitsstrafe auf eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten bedingt reduziert. Das Obergericht sprach den Beschuldigten der versuchten schweren Körperverletzung schuldig.

Widersprüche gaben Ausschlag

Eine solche beging Damir L., indem er einem damals 39-jährigen Landsmann ein Messer in den Oberbauch stiess. Mit diesem hatte er sich an besagtem Datum auf dem Von-Roll-Areal in Klus-Balsthal getroffen, um über dessen Schulden bei ihm zu reden. Gemäss Darstellung des Opfers soll Damir L. den Streit angefangen haben. Das Obergericht gelangte nach den sehr widersprüchlichen Aussagen des Opfers und eines Zeugen am Mittwoch vor Gericht zu einer anderen Auffassung.

Gestützt auf die Aussagen des Täters geht das Gericht davon aus, dass das spätere Opfer mit einer weiteren Person an seiner Seite Damir L.* eine Ohrfeige ausgeteilt und damit den Streit angezettelt hat. Das Gericht kam ferner zum Schluss, dass sich Damir L.* in einer Notwehrsituation befand, er aber unverhältnismässig vorging, als er das Messer ohne Vorwarnung schnell und entschlossen in den Oberbauch des Opfers gestossen habe.

Von unbedingter Strafe abgesehen

Damir L.* wurde deshalb wie eingangs erwähnt wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Weil eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von weiteren Verbrechen oder Vergehen abzuhalten, hat das Gericht die Strafe bedingt auf zwei Jahre ausgesprochen. Der Verurteilte muss aufgrund des Ausgangs der Verhandlung die erstinstanzlichen Kosten sowie ein Viertel der Kosten vor Obergericht tragen. Der Rest wird von der Staatskasse übernommen.(eva)

* Name von der Redaktion geändert

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1