Die Solothurner schickten am Sonntag die Steuervorlage mit 51,4 Prozent knapp bachab. Der Unternehmenssteuersatz wird damit auf 2020 nicht auf 13 Prozent fallen. Der Kanton muss einen neuen Vorschlag ausarbeiten. Jetzt stellt sich die Frage: Was machen die im Kanton ansässigen Firmen? 

Ypsomed-Chef Simon Michel findet das Abstimmungsergebnis enttäuschend, wie er gegenüber dem «Bund» sagt. Das Unternehmen halte aber trotzdem am Ausbau des Standortes Solothurn und der Verschiebung der 100 Stellen von Burgdorf nach Solothurn fest. Dieser Entscheid war im letzten Herbst gefallen, nachdem der Kanton Bern Steuersenkungen entschieden hatte.

«Das politische Umfeld im Kanton Solothurn ist unternehmensfreundlicher als im Kanton Bern», sagt Michel zur Zeitung. Wegen des klaren Entscheids des Kantonsrats und dem knappen Nein am Sonntag sieht er positiv in die Zukunft. Der Kanton wolle über alle Parteien hinweg eine Lösung finden, ist der FDP-Kantonsrat überzeugt. Michel wird nun die Situation weiter beobachten und abwarten, wie der Kanton die durch die eidgenössische Steuerreform und AHV-Finanzierung nötige Gesetzesanpassung umsetzen will. 

Offenbar sind die möglichen tieferen Steuern im Kanton Solothurn aber nicht der einzige Grund für die Verlegung der 100 Arbeitsplätze. Laut Simon Michel ist diese vor allem organisatorisch bedingt, denn in Solothurn gebe es genug Platz. Ypsomed besitzt an diesem Standort mehrere Bürogebäude. Bis Anfang 2019 waren sie fremdvermietet, nun werden sie von Ypsomed selber belegt.

Total beschäftigt Ypsomed 1604 Personen, 1089 davon in der Schweiz. In den kommenden drei Jahren sollen gegen 300 neue Stellen geschaffen werden, sowohl in Solothurn als auch in Burgdorf. (ldu)