Kuppelsendung

Keine Rose für Natalie: Sie weinte fast – aber nicht wegen dem «Bachelor»

Natalie aus Solothurn muss die Sendung «Der Bachelor» auf «3+» schon in der zweiten Nacht der Rose verlassen. Es hätte zwar nicht gleich gefunkt, aber mehr Zeit zum Kennenlernen wäre schön gewesen, so die 28-Jährige.

Für Natalie hatte Bachelor Patric Haziri in der zweiten Nacht der Rosen keine rote Blume und damit auch kein Ticket in die nächste Runde übrig. «Ich weiss nicht, ob ich mich in dich verlieben kann», meinte er, bewunderte aber die Stärke der Solothurnerin. Natalie ging mit leeren Händen und feuchten Augen zurück an ihren Platz – und musste Koh Samui nach zirka zwei Wochen verlassen.

Der Moment war sehr emotional für die 28-jährige Solothurnerin, wie sie nach der Ausstrahlung erzählt. Aber nicht wegen Patric, den sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig kannte. Sie hatte die 20 Ladies – «alles charakterstarke Frauen» – ins Herz geschlossen und es bedrückte sie, diese verlassen zu müssen. Mit Amy, Grace und Rivana habe sie sich besonders gut verstanden. «Viele der Frauen haben das Herz am richtigen Fleck.» Auch dem Erlebnis an sich und Thailand so plötzlich den Rücken kehren zu müssen, machte sie traurig. «Deshalb bekam ich feuchte Augen und Herzklopfen.»

Ihr Herz klopfte auch, als sie am Montag die Folge im Public Viewing in Spreitenbach mitverfolgte. «Ich kannte ja das Resultat, aber den Moment noch einmal Revue passieren zu lassen, hat mich mitgenommen. Ich habe richtig mitgelitten.» Speziell war es auch, weil Natalie und die anderen Kandidatinnen die Folge zum ersten Mal sahen. «Man weiss zwar, wie man sich verhalten hat und was gedreht wurde, man weiss aber nicht, wie das Material zusammengeschnitten wurde.»

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Wie sie und die anderen vom Sender 3+ präsentiert wurden, damit ist Natalie zufrieden. «Jede ist so zu sehen, wie sie sich zeigen wollte.» Die Grenchnerin Yiankarla beispielsweise stelle sich gerne in den Mittelpunkt. So ist die 23-Jährige mit dominikanischen Wurzeln denn in der Folge auch öfters mit wackelndem Popo in der Nähe des 29-jährige Schönlings zu sehen. Sie selbst habe den Bachelor auf dem Boot zwar auch einmal angetanzt und zeige auch gerne mal ihre weibliche Seite, meint Natalie. «Schlussendlich war ich aber mehr im Hintergrund», denn sie sei am Anfang eher zurückhaltend.

Beim Limbo-Dance konnte sie lange mithalten, obwohl es ihr erstes Mal an der horizontalen Stange war. «Mit der Körperspannung, die ich von sieben Jahren Pole-Dance habe, konnte ich gut mithalten. Ich war selbst erstaunt, wie tief hinunter ich kam – und dies trotz meiner Grösse.» Die anschliessende rasante Bananenboot-Ausfahrt «fägte», so Natalie. «Wir flogen mehrmals ins Wasser und Ramona und ich stiessen einmal mit den Köpfen zusammen. Da mussten wir etwas leiden.» 

«Liebe kann auch in einem zweiten Schritt entstehen»

Ob sie es denn geahnt hatte, dass sie keine rote Rose erhalten wird? Sie hätte wegen des dichten Programms gar keine Zeit gehabt, darüber nachzudenken, gibt sie zu. «Ich hatte keinen Anhaltspunkt, weil mir der Bachelor nie die Chance gab, mich kennenzulernen.»

Weder bei ihm noch bei ihr habe es auf den ersten Blick gefunkt, sagt Natalie. Abgehakt war das Thema deswegen aber nicht für sie. «Liebe kann auch in einem zweiten Schritt entstehen. Da muss nicht von Anfang an der Funke springen», ist sie überzeugt. Sie gebe jedem die Chance zum Kennenlernen. Während andere von Patric zum Einzelgespräch geladen wurden, blieb Natalie aber nur der eine Moment beim Speed-Dating, als sie kurz etwas über sich erzählen konnte.

Sie hätte vielleicht einen Nachteil gehabt, weil sie Patric vom Menschlichen her zu wenig aufgefallen sei, meint sie. «Aus diesem Grund hat er sich vielleicht eher oberflächlich entschieden, weil ihm die Muskeln zu viel waren.»

Muskeln seien Geschmacksache, das ist Natalie klar. «Da gibt es Männer, denen es gefällt und andere, die das nicht mehr weiblich finden.» Patric sei auch nicht der breiteste Mann. Das sei beim Entscheid, sie schon so früh in der Sendung nach Hause zu schicken, wohl massgebend gewesen. «Wenn er mehr Muskeln gehabt hätte, hätte es ihm vielleicht auch besser gefallen.» Er anerkennte aber Natalies Stärke. In den inneren Werten sieht diese das Unsichtbare hinter dem harten Training. «Hinter den Muskeln stecken viel Disziplin, Ehrgeiz, Willensstärke und Leidenschaft, was wiederum einen starken Charakter zeigt.»

Ihre Muckis pflegte sie selbst während der Dreharbeiten. Natalie befand sich damals bereits in der Vorbereitungsphase für einen Wettkampf und war auf Diät. «Normalerweise ist man da eher dünnhäutig. Ich staunte aber selbst, wie gut das ging.» Am Morgen stand sie früher als die anderen auf um zu joggen oder ging abends in den Fitnessraum. «Ich musste mir immer wieder Lücken suchen.»

Noch einmal zurück zum Bachelor: Ist Patric nun oberflächlich oder vielleicht doch tiefgründig? «Ich kann Patric bis heute nicht einschätzen», so Natalie. Er sei zu allen Kandidatinnen gleich gewesen. «Es war sehr schwierig einzuschätzen, was echt oder vorgespielt ist. Bei den gezeigten Interviews kommt er sehr sympathisch und überlegt rüber. Ich finde gut, wie er sich präsentiert.»

Es muss kein Muskelprotz sein

Bei der Sendung würde sie wieder mitmachen. «Für mich persönlich war es wieder eine Herausforderung, über den Meinungen der anderen zu stehen.» Früher habe es sie sehr interessiert, was die anderen denken. Das sei heute anders. «Viele Menschen standen hinter mir und fieberten mit. Das zeigt mir, dass es sich bewährt, ehrlich und loyal zu sein.»

Mit dem «Bachelor» hat es nicht geklappt. Sucht sie sich nun einen Mann aus der Fitnessbranche? Das muss nicht sein, meint Natalie. «Ich beurteile einen Menschen nicht nach dem Äusserlichen.» Der Zukünftige dürfe auch ein Bäuchlein haben. «Cool wäre es schon, wenn er auch Fitness macht. Dann könnten wir zusammen zum Sport gehen. Er muss aber keinen Muskelprotz sein.» Es hätte aber sicher Vorteile, wenn er ihren Fitness-Lifestyle leben würde, und dazu noch breiter und grösser als sie selbst wäre. Sie sei schon gerne Frau und würde sich an einen Mann anlehnen. (ldu)

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