Solothurner Exportindustrie

Keine Panik vor dem Brexit: «Business is going on»

Grossbritannien ist auch für Solothurner Unternehmer ein wichtiger Absatzmarkt. Der Brexit soll aber zu keinen Einbussen in der Exportindustrie führen.

Grossbritannien ist auch für Solothurner Unternehmer ein wichtiger Absatzmarkt. Der Brexit soll aber zu keinen Einbussen in der Exportindustrie führen.

Für hiesige Firmen, die nach Grossbritannien exportieren, bestehe kein Grund zur Panik – auch wenn sich das Land von der EU trennt. So der Tenor an einer «Brexit Roadshow», die auch in Solothurn Halt gemacht hat.

Deal or No deal? Das ist hier die Frage. Einigen sich Grossbritannien und die EU auf ein Austrittsabkommen, hat man einen Deal. Andernfalls gilt: No Deal. Bereits zweimal wurde der Brexit verschoben. Letzte Woche lehnte das britische Parlament das Austrittsabkommen erneut ab. Nun soll der Brexit Ende Oktober kommen. Sobald Grossbritannien die Europäische Union verlässt, gelten die bisherigen Handelsabkommen nicht mehr.

Was bedeutet das für Schweizer Firmen? Die Lage entschärfen will eine Art Brexit Roadshow in Schweizer Städten, organisiert von der britischen Regierung und dem Exportförderer «Switzerland Global Enterprise». Gestern erhielt auch Solothurn hohen Besuch: Die englischen Botschafter Noel McEvoy und Kris Camponi referierten in feinstem british English in einem Sitzungszimmer der Solothurner Handelskammer vor rund 20 Firmenvertretern der Region. Ihre Botschaft: Ob Deal oder No Deal, das Leben – vor allem das Geschäft – geht weiter. 

«Trade Agreements»: beschlossene Sache

Die Vertreter hiesiger Firmen, die zur «Breakfast-Session» Brexit erschienen waren, erhielten gleich einige Zahlen serviert, die alle das Ziel hatten zu zeigen, wie wichtig den Briten die Schweiz ist: So ist die Schweiz ausserhalb der EU drittwichtigster Handelspartner Grossbritanniens – nach den USA und China. 30 Milliarden Pfund – knapp 40 Milliarden Schweizer Franken – betrage der jährliche Handel zwischen den Ländern, führte McEvoy aus. Zudem verkehren jährlich 58 600 Flieger zwischen Grossbritannien in der Schweiz – nur nach Deutschland fliegen die Briten noch mehr.

An diesen Beziehungen will auch der Bundesrat festhalten: So wurden dieses Jahr zwischen der Schweiz und Grossbritannien «Trade Agreements» festgelegt. Handel, Personenfreizügigkeit und Flugverkehr sollen – ob Deal oder No Deal – weitergeführt werden.

«Business is going on», so der Botschafter – es soll so weitergehen. Solothurner Exporte nach Grossbritannien sollen weiterhin möglich sein – ob mit oder ohne Deal. Gegenüber dieser Zeitung wollte eine Mehrheit der Firmenvertreter nichts dazu sagen, wie sie konkret vom Brexit betroffen sind – es hiess, man könne sich ohnehin nicht gross vorbereiten oder sei gar nicht gross betroffen.

Einzelne Fragen wurden dafür den Experten gestellt. Sorge bereitete die Frage, ob es nun an den Zöllen zum Chaos kommt. Oder wie es mit den Handelsbeziehungen zu Irland – bleibt in der EU – und Nordirland weiter geht. An der jetzigen Handhabung wird sich nicht viel ändern, meinten die Botschafter dazu. Man wolle keine harten Grenzen, effizienter Handel sei weiterhin essenziell zwischen den Ländern. Darauf bereite man sich seit Monaten vor: Das Geschäft soll eben weiterlaufen.

Kolb arbeitet als Beraterin bei «Switzerland Global Enterprise». Sie berät Firmen, die mit Deutschland, Irland und Grossbritannien arbeiten.

Nachgefragt bei Nadja Kolb

Kolb arbeitet als Beraterin bei «Switzerland Global Enterprise». Sie berät Firmen, die mit Deutschland, Irland und Grossbritannien arbeiten.

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