Kanton Solothurn
Keine Milde für brutalen Sexualtäter: Das Bundesgericht bestätigt den Schuldspruch

Es bleibt dabei: Ein 47-jähriger Deutscher hat sich der Vergewaltigung, mehrfacher sexueller Nötigung, mehrfacher räuberischer Erpressung und anderem mehr schuldig gemacht. Das Bundesgericht hat die entsprechenden Schuldsprüche des Amtsgerichts Olten-Gösgen und des Solothurner Obergerichts vollumfänglich bestätigt.

Merken
Drucken
Teilen
Der 47-Jährige Deutsche soll im Jahr 2013 zwei Frauen brutal vergewaltigt haben. (Symbolbild)

Der 47-Jährige Deutsche soll im Jahr 2013 zwei Frauen brutal vergewaltigt haben. (Symbolbild)

Das Obergericht hatte den 47-jährigen Mann vergangenen März mit einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren bestraft. Der abgeblitzte Beschwerdeführer muss auch 3'000 Franken Gerichtskosten für seinen Gang nach Lausanne bezahlen.

Dabei hatte der Mann gehofft, dort Gehör für seine Darstellung zu finden, dass er «nie jemanden vergewaltigt» habe, Opfer einer Verschwörung von zwei Frauen geworden sei, die völlig unglaubwürdige Darstellungen abgegeben hätten und er deshalb – nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» – von den Hauptvorwürfen (ausser jenem der Freiheitsberaubung) freizusprechen sei. Die Vorinstanz habe ihm das rechtliche Gehör verweigert und das Willkürverbot verletzt.

Genötigt, vergewaltigt, bestohlen

Davon wollte die Strafrechtliche Abteilung des Bundesgerichts im Urteil (6B_725/2020) vom vergangenen 16. November nichts wissen: «Insgesamt erweisen sich die Rügen des Beschwerdeführers als unbegründet, soweit darauf einzutreten ist», heisst es in den Erwägungen des obersten Gerichts.

Insbesondere sei es vertretbar, dass die Vorinstanz DNA-Spuren, die auf der Brust des einen Opfers sowie im Bett am Tatort sichergestellt werden konnten, dem Täter zugeordnet habe. Diese würden «zwar keine mit an Sicherheit grenzende Identifikation des Beschwerdeführers als Spurengeber erlauben, aber dessen Spurengeberschaft auch nicht ausschliessen».

Die Horrorgeschichte hatte vor sieben Jahren – am 23. November 2013, ab zirka 21 Uhr – ihren Anfang genommen und dauerte über mehrere Stunden hinweg. Angefangen hatte es damit, dass eine junge Frau in Dulliken die Wohnung einer Kollegin betreten wollte. Im Innern lauerte ein ihr Unbekannter, der ihr eine Waffe an den Kopf hielt und ihr befahl, sich nackt auszuziehen. Im Schlafzimmer fesselte er ihr mit Klebeband die Hände und versuchte, die auf dem Bauch liegende Frau zu vergewaltigen. Wegen ihrer Gegenwehr und ihrer Beteuerung, erst 17-jährig zu sein, liess es der Täter bei anderen sexuellen Handlungen bewenden.

Schliesslich zwang er die junge Frau unter Drohung mit der Waffe, ihre Postcard samt Pincode herauszurücken und die Wohnungsmieterin anzurufen. Als diese gegen Mitternacht eintraf, erging es ihr gleich wie ihrer Kollegin: Der Mann riss sie in die Wohnung, hiess sie, sich auszuziehen, fesselte sie und erzwang auch von ihr die Herausgabe von Bankkarte samt Pincode. Darauf sperrte er die eingeschüchterten Frauen ein und hob von deren Konten ein erstes Mal Geld ab.

Nach seiner Rückkehr zückte er erneut die Waffe und zwang die Wohnungsmieterin zuerst zu oralem und dann auch noch vaginalem Geschlechtsverkehr. Irgendeinmal verschwand der Täter aus der Wohnung – und erleichterte die Konten der beiden Frauen in den frühen Morgenstunden noch einmal um mehrere 1'000 Franken. Seinen Abgang machte der Mann nicht ohne den beiden erneut gefesselten Frauen noch einmal einzubläuen, ja nicht die Polizei zu rufen. (ums.)