Kantonsrat
Keine Extrawurst im Solothurner Hundegesetz

Auch künftig ist im Kanton Solothurn für die Haltung von «Kampfhunden» wie Bullterrier in jedem Fall eine Bewilligung nötig. Diese setzt unter anderem den Abstammungsausweis voraus. Für Mischlinge gibt es keine Ausnahmebewilligungen. Der Kantonsrat hat heute einen Auftrag knapp abgelehnt.

Franz Schaible
Merken
Drucken
Teilen
Für diese acht Hunderassen benötigt es zur Haltung und Zucht eine Bewilligung des kantonalen Veterniärdienstes
8 Bilder
Für diese acht Hunderassen benötigt es im Kanton Solothurn zur Haltung und Zucht eine Bewilligung des kantonalen Veterniärdienstes Dogo Argentino
Für diese acht Hunderassen benötigt es im Kanton Solothurn zur Haltung und Zucht eine Bewilligung des kantonalen Veterniärdienstes Staffordshire Bull Terrier
Für diese acht Hunderassen benötigt es im Kanton Solothurn zur Haltung und Zucht eine Bewilligung des kantonalen Veterniärdienstes Dobermann
Für diese acht Hunderassen benötigt es im Kanton Solothurn zur Haltung und Zucht eine Bewilligung des kantonalen Veterniärdienstes American Pit Bull Terrier
Für diese acht Hunderassen benötigt es im Kanton Solothurn zur Haltung und Zucht eine Bewilligung des kantonalen Veterniärdienstes American Staffordshire Terrier
Für diese acht Hunderassen benötigt es im Kanton Solothurn zur Haltung und Zucht eine Bewilligung des kantonalen Veterniärdienstes Rottweiler
Für diese acht Hunderassen benötigt es im Kanton Solothurn zur Haltung und Zucht eine Bewilligung des kantonalen Veterniärdienstes Fila Brasileiro

Für diese acht Hunderassen benötigt es zur Haltung und Zucht eine Bewilligung des kantonalen Veterniärdienstes

Keystone

SVP-Kantonsrat Manfred Küng (Kriegstetten) konnte mit seinem Auftrag zur Änderung des Hundegesetzes fast einen Erfolg feiern. Nur knapp mit 44 zu 41 Stimmen wurde sein Vorstoss im Parlament abgelehnt. Er wollte erreichen, dass die Erteilung der Bewilligung für Halter von Hunden bestimmter Rassen, so genannter Kampfhunde, gelockert wird.

Er verlangte bei Härtefällen entweder eine Ausnahmebewilligung oder den Verzicht auf den Rasseausweis. Küng illustrierte das in seinem Vorstoss am Beispiel eines neunjährigen Rottweiler-Mischlings , der im Tierheim lebt. Obwohl der mögliche Halter alle Voraussetzungen erfülle und der Hund nach der Wesensprüfung als Familienhund gilt, konnte keine Bewilligung erteilt werden. Es fehlt der Rasseausweis.

Abstammungsausweis eines anerkannten schweizerischen Rasseclubs ist nötig

Laut Gesetz braucht es für die Haltung und Zucht von acht Hunderassen wie beispielsweise Bullterrier, Rottweiler oder Dobermann eine Bewilligung des kantonalen Veterinärdienstes. Diese wird erteilt, wenn der Halter mündig ist und einen einwandfreien Leumund besitzt; überdies muss der Hund über einen Abstammungsausweis eines anerkannten schweizerischen Rasseclubs verfügen.

Keine Chance hatten Küng und «seine» SVP-Fraktion mit dem Anliegen in der zuständigen Umwelt-, Bau- und Wirtschaftskommission. Mit 12 Gegenstimmen und zwei Enthaltungen empfahl sie den Vorstoss zur Ablehnung. Im heutigen Gesetz sei die Haltung von potenziell gefährlichen Hunden klar geregelt und es entfalte «eine echte und präventive Wirkung», sagte Kommissionssprecherin Silvia Meister (CVP, Matzendorf). Eine Aufweichung der Bewilligungspraxis würde in eine Grauzone und zu Rechtsungleichheiten führen. Zudem wäre der Mehraufwand für den Veterinärdienst unverhältnismässig.

Die heutige Regelung sei «willkürlich und diskriminierend»

Die Fraktionen der FDP, der SP und der Grünen lehnten den Vorstoss ebenso wie Kommission und Regierungsrat ab. Einzig die Fraktion der CVP/EVP/GLP unterstützte den Auftrag von Küng «mit einer knappen Mehrheit», wie Fraktionssprecherin Barbara Streit (Solothurn) erklärte. Die heutige Regelung sei «willkürlich und diskriminierend». Wenn die Wesensprüfung und die Halterprüfung positiv seien, müsse auch für Mischlinge und Kreuzungen eine Halterbewilligung erteilt werden.

Regierungsrätin Esther Gassler ihrerseits wies nochmals daraufhin, dass bei Mischlingen die Rückverfolgbarkeit der Herkunft und Rasse fehle. Deshalb dürften keine Ausnahmebewilligungen erteilt werden. «Dafür müsste jemand die Verantwortung übernehmen.»