Nutzungsplan Weissenstein
Keine Einsprache: Kurhausbesitzer nehmen eine wichtige Hürde

Die Kurhaus-Besitzer – und mit ihnen wohl die ganze Region – dürften aufatmen: Es gab im Auflageverfahren keine einzige Einsprache gegen die Anpassung des kantonalen Gestaltungsplans «Kurhaus Weissenstein» und die Anpassung des Nutzungsplans.

Urs Mathys
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Die Sanierung und der Ausbau des Kurhauses Weissenstein rücken einen Schritt näher.

Die Sanierung und der Ausbau des Kurhauses Weissenstein rücken einen Schritt näher.

Solothurner Zeitung

«Wir freuen uns extrem und sind voller Tatendrang, mit dem Bauprojekt zu beginnen», bringt Tom Umiker die Stimmungslage auf den Punkt. Er ist Sprecher der Investoren, die in den nächsten Jahren gut 10 Mio. Franken in die Sanierung sowie die Erweiterung des Kurhauses auf dem Solothurner Hausberg stecken wollen.

Erteilt nächstens auch der Regierungsrat grünes Licht – voraussichtlich im Januar/Februar nächsten Jahres – soll das Baugesuch für den Neubau laut Umiker «im Frühling 2017» eingereicht und der Spatenstich im Juli/August des gleichen Jahres erfolgen. «Wir sind immer noch zuversichtlich, dass die Eröffnung im Herbst 2018 stattfinden kann», zeigt sich der Investor unternehmungslustig.

«Blumen» für den VCS

Optimistisch stimmen Umiker die bisherigen Erfahrungen. Er spricht von «vielen Besuchen in Solothurn und intensiven Gesprächen», die zum positiven Verlauf des bisherigen Planverfahrens geführt hätten. Für alle beteiligten Parteien sei eine verträgliche Lösung gefunden worden. Insbesondere würdigt der Davoser Hotelier die Tatsache, dass die VCS Sektion Solothurn sich nicht mit einer Einsprache in Sachen Parkplätze quer gelegt habe.

Umiker: «Eine solche hätte zu monate-, wenn nicht jahrelangen Verzögerungen führen können. Und damit wäre der Drive, der auf dem Berg mit der neuen Gondelbahn Einzug gehalten hat, gefährdet gewesen.»

Bezüglich eines weiteren Knackpunkts konnten auch die kantonalen Instanzen zufriedengestellt werden: Das Amt für Raumplanung hatte die Erstellung eines Notfallkonzeptes verlangt. Dieses musste auch aufzeigen, wie mehrere Hundert Besucher bei einem Grossanlass im Kurhaus sicher zu Tal gebracht werden können, wenn die Gondelbahn wegen starken Windes den Betrieb einstellen muss. Diese Aufgabe sei zur Zufriedenheit des Kantons erledigt worden, sagt Umiker. Die Investoren seien froh, dass diese Problematik «bereits vorgängig, bevor Millionen investiert worden sind, geklärt werden konnte».

«Die Finanzierung ist gesichert»

Und wie steht es um die Finanzierung des 10-Millionen-Franken-Projektes in Wirklichkeit aus? Vom kursierenden Gerücht, dass es diesbezüglich Probleme gebe, hat auch Umiker gehört. Aber: «Die Finanzierung ist vollumfänglich gesichert. Einerseits durch unsere Hotel Weissenstein AG und anderseits durch eine Bank mit regionalem Bezug.» Welche dies ist, will Umiker (noch) nicht verraten; die «Regiobank», zeitweilige Kurhausbesitzerin, sei es jedenfalls nicht.

Starten sollen die Bauarbeiten mit dem Abriss des Ostflügel-Anbaus. So wird Platz geschaffen für die neue Trinkhalle, einen gläsernen Kubus, der bis zu 500 Gästen Platz bieten und auch einen Selbstbedienungsbereich aufweisen soll. Für diese erste Phase wird mit einer Abbruch-/Aushub- und Bauzeit von 14 Monaten gerechnet.

Der marode Ostteil des Kurhaus Weissenstein – Bilder vom Februar 2015
14 Bilder
Der marode Ostteil des Kurhaus Weissenstein
Die Wand bröckelt
Blick in eines der Zimmer
Ein altes Rezeptions-Schild
Dieser Sicherungskasten hat auch schon bessere Zeiten gesehen.
Dieses Zimmer wird als Abstellraum benutzt

Der marode Ostteil des Kurhaus Weissenstein – Bilder vom Februar 2015

Hansjörg Sahli

Nur 8 Monate Bauzeit, dafür aber den Grossteil der Investitionskosten budgetieren die Investoren für die zweite Phase: die Sanierung des denkmalgeschützten Kurhauses. Nach dem Umbau soll dieses 51 Hotelzimmer im 4-Sterne-Bereich anbieten. Während der Kurhaus-Umbauzeit wird der Hotelbetrieb ruhen. «Dagegen werden wir während der ganzen Zeit die Gastronomie gewährleisten», versichert Tom Umiker. In der ersten Phase im alten Kurhaus, und zwar noch unter Federführung der gegenwärtigen Pächterin «Hüttenzauber». In der zweiten Etappe dann in der neuen Trinkhalle: Dort wollen die neuen Besitzer dann bereits selber als Gastgeber in Aktion treten.

Mit den übrigen Plänen ist auch die Erstellung eines Natur-Kinderspielplatzes südöstlich des Kurhauses einen Schritt weiter: Dieser soll in Zusammenarbeit mit dem Kulturprozent der Migros Aare mit der ersten Bauphase realisiert werden.

Umiker ist zuversichtlich, dass das Einvernehmen mit den kantonalen und kommunalen Behörden sowie den weiteren Playern auf und am Berg «weiterhin ein sehr gutes bleiben» wird: «Nächstens findet eine Sitzung der «Begleitgruppe» statt, die das weitere Geschehen mitgestalten soll.» Alle seien interessiert daran, dass es «nun weitergeht und die Zukunft des Kurhauses noch zusätzlich gesichert wird.»