Eher klein, eher ländlich und eher abgelegen: So kann man die meisten der gerade einmal sieben Gemeinden beschreiben, die gestern Sonntag im Kanton Solothurn die Selbstbestimmungsinitiative der SVP angenommen haben. Es waren dies Gänsbrunnen, Holderbank, Fehren, Grindel und Zullwil sowie Niederbuchsiten und Boningen (in letzterer ganz knapp mit 123 zu 122 Stimmen). In den Bezirken Lebern, Bucheggberg, Wasseramt, Dorneck und Gösgen stimmte keine einzige Gemeinde für das Vorhaben der SVP. Insgesamt betrug der Nein-StimmenAnteil im Kanton 65 Prozent, was ganz knapp unter dem nationalen Ergebnis liegt (66,3 Prozent Nein-Stimmen-Anteil).

Richtiggehend durchgefallen ist die SVP-Initiative in der Kantonshauptstadt: 81 Prozent der Stadtsolothurnerinnen und Stadtsolothurner lehnten sie ab. In Olten gab es 76 Prozent Nein-Stimmen. Auch in Grenchen, der Stadt, die bei der Masseneinwanderungsinitiative eher rechts tickte, fiel das Anliegen mit 60 Prozent Nein-Stimmen durch. Die Uhrenstadt macht anderweitig Schlagzeilen: Mit 36,6 Prozent weist Grenchen klar die tiefste Stimmbeteiligung im ganzen Kanton aus. Insgesamt lag diese bei 46,9 Prozent.

Städter mögen Hörner

Nicht ganz so deutlich abgelehnt wurde die Hornkuh-Initiative, mit knappen 52,3 Prozent Nein-Stimmen (schweizweit: 54,7 Prozent). Auffallend dabei: Vor allem Städter und Bewohner der Agglomerationsgemeinden fanden das Anliegen gut, weniger aber die ländlichen Bezirke. So sagten Solothurn und Olten Ja (in Grenchen gab es ein Patt). Und ebenso auf der Ja-Seite standen Trimbach, Rüttenen, Langendorf, Biberist, Derendingen und Zuchwil. Im auf Basel ausgerichteten Bezirk Dorneck wurde die Initiative mit 57,1 Prozent deutlich angenommen. In den stärker landwirtschaftlich geprägten Bezirken wie dem Thal und dem Bucheggberg fand die Vorlage dagegen in keiner Gemeinde Zustimmung. Auch im Gäu gab es in keiner Gemeinde ein Ja.

Ohrfeige für SP und Grüne

Eine Schlappe einstecken mussten gestern auch die linken Parteien: Ihr Referendum gegen die Sozialdetektive fand nirgends im Kanton Unterstützung. Keine einzige Gemeinde lehnte die Sozialversicherungsdetektive ab. Insgesamt befürworteten 69,7 Prozent der Solothurnerinnen und Solothurner die Vorlage (auf nationaler Ebene: 64,7 Prozent).