Solothurner Handelskammer
«Kein sicherer Strom mehr, bei Atomausstieg»

Die Solothurner Handelskammer empfiehlt die Atomaustiegsinitiative klar zur Ablehnung. Die Volksinitiative will bereits 2017 drei der fünf Schweizer Kernkraftwerke abschalten. Eine solche Kurzschlusshandlung gefährde die Versorgungssicherheit und setze damit einen wichtigen Standortvorteil aufs Spiel.

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Die Solothurner Handelskammer empfiehlt die Ablehnung der Atomausstiegsinitiative.

Die Solothurner Handelskammer empfiehlt die Ablehnung der Atomausstiegsinitiative.

KEYSTONE

Die Atomausstiegsinitiative will bereits 2017 drei der fünf Schweizer Kernkraftwerke abschalten.» Eine solche Kurzschlusshandlung gefährde die Versorgungssicherheit und setze einen wichtigen Standortvorteil aufs Spiel, schreibt die Solothurner Handelskammer in einem Presse-Communiqué.

Kurzschlusshandlung gefährdet Versorgungssicherheit

Mit diesem überstürzten Ausstieg würden in der Schweiz bereits im Winter nächsten Jahres 15 Prozent der Stromproduktion wegfallen. Bis 2029 wären es sogar 40 Prozent. Eine solche Kurzschlusshandlung bringt Unsicherheit und Chaos in die Schweizer Stromversorgung.

Bereits im letzten Winter kam das Schweizer Versorgungsnetz an seine Belastungsgrenzen, als zwei Kernkraftwerke mit einer Leistung von 720 Megawatt ausser Betrieb waren. Solche Situationen dürfen nicht zur Normalität werden.

Hohe Kosten und Schwierigkeiten bei Infrastruktur

Abgesehen von den Entschädigungszahlungen, die bei vorzeitigen Abschaltungen an die Kernkraftwerksbetreiber zu leisten wären, ist die Schweiz mit grossen Schwierigkeiten bei der Erstellung neuer Infrastrukturen zur Produktion und zum Transport von Strom konfrontiert.

Die heutigen Stromnetze sind auf einen sofortigen Ausstieg aus der Kernkraft nicht vorbereitet. Für einen geordneten Ausstieg sind Ausbauarbeiten im Stromnetz dringend nötig, um Instabilitäten und Stromausfälle zu verhindern. Oft brauchen solche Projekte viel Zeit, da sie mit Einsprachen verzögert oder sogar verhindert werden.

Energiestrategie 2050 als indirekter Gegenvorschlag

Der Bundesrat und eine Mehrheit des Parlaments haben die Energiestrategie 2050 als indirekten Gegenvorschlag zur Atomausstiegsinitiative verabschiedet. Die Energiestrategie 2050 verzichtet auf chaotische Sofortabschaltungen, sondern ermöglich die Nutzung der fünf Kernkraftwerke, solange sie gemäss permanenter Beurteilung des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat sicher betrieben werden können. Neue Kernkraftwerke sollen keine mehr gebaut werden.

Die Solothurner Handelskammer empfiehlt die Atomausstiegsinitiative klar zur Ablehnung. (mgt)