Precobs heisst der unsichtbare Kollege, von dem Polizisten in ganz Europa schwärmen. Der Name steht für «Pre Crime Observation System» – eine Prognosesoftware, die mit Daten vergangener Einbrüche und verdächtiger Wahrnehmungen gespeist wird. Die Kantonspolizei Aargau und die Stadtpolizei Zürich etwa schwören auf Precobs.

Seit die Software im Jahr 2015 in Einsatz steht, sei die Zahl der Einbrüche um 37 Prozent zurückgegangen, so das jüngste Fazit im Aargau. Doch Strafrechtsexperten relativieren die Wirksamkeit von Precobs. Die Vorhersagen funktionierten «nur bedingt», kam eine viel beachtete Studie des Max-Planck-Instituts zum Schluss.

Starke Zweifel hat weiterhin auch die Solothurner Kantonspolizei: Das Korps will auf den Einsatz von Precops verzichten, wie Sprecher Andreas Mock auf Anfrage bestätigt. «Für die Kantonspolizei Solothurn zeigt sich nach erfolgter Prüfung kein klar ausgewiesener Nutzen des Systems.»

Hinzu komme, dass sich mit Precobs «kaum wirksam Ressourcen einsparen lassen». Ebenso habe sich bereits im Sommer eine angespannte Budgetsituation abgezeichnet; Precobs kostet je nach Ausführung mehrere Hunderttausend Franken. Man habe aus diesen Gründen «bewusst auf die Anschaffung von Precobs verzichtet», so Mock weiter.

Fragwürdige Prognosequalität

Ein mächtiger Helfer, der am Ende gar nicht so mächtig ist? Die Kantonspolizei beschäftigt sich schon länger mit Precobs. Die nun abgeschlossene Evaluation war bereits 2016 nach einem Vorstoss der FDP-Fraktion im Kantonsrat angemahnt worden. Man habe die Erfahrungen aus dem Aargau und aus der Stadt Zürich eingehend geprüft, heisst es. «Die Qualität der Prognosen wird sehr unterschiedlich beurteilt und es dürfen keine zu hohen Erwartungen daran gestellt werden.»

Die Kantonspolizei betont jedoch: Nur weil man auf Precobs verzichtet, heisst das noch lange nicht, dass man untätig bleibe. Die «Lage im Einbruchsbereich» werde natürlich laufend analysiert, und entsprechend würden die Schwerpunkte gesetzt.