Gegen Volksauftrag
Kein Geld für eigenständiges Schulfach «Politische Bildung»

Auf der Sekundarstufe I der Solothurner Volksschule soll es kein eigenständiges Fach «Politische Bildung» geben. Der Regierungsrat spricht sich gegen eine entsprechende Forderung aus.

Urs Mathys
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Die Regierung, mit BildungsdirektorRemo Ankli, lehnt den Volksauftrag ab.

Die Regierung, mit BildungsdirektorRemo Ankli, lehnt den Volksauftrag ab.

Bruno Kissling

Politische Bildung sei zwar durchaus wichtig, räumt die Regierung ein, doch: «eine Aufstockung der Lektionentafel für ein zusätzliches Fach muss aus finanziellen Gründen abgelehnt werden». Im Rahmen des Massnahmenplans 2014 sei «die Lektionentafel für die Sekundarstufe I unter Mithilfe eines runden Tisches aller Anspruchsgruppen gekürzt» worden.

Diese Sparmassnahme sei auch für die Lektionentafel ab Schuljahr 2018/2019 beibehalten worden. Und: «Eine Kompensation durch die Kürzung von Lektionen in anderen Fächern ist nicht möglich, weil die Inhalte der politischen Bildung in vielen Bereichen angesiedelt sind.» Aus diesen Gründen wird dem Kantonsrat die Nichterheblicherklärung des Volksauftrags beantragt.

Im Unterricht sei politische Bildung längst nicht nur in die Fächer Geschichte/Geografie der Sekundarschule eingebettet, unterstreicht der Regierungsrat: «In vielen Fächern der Primar- und der Sekundarschule sowie in verschiedenen Schulsituationen wird politische Bildung vermittelt, auch wenn der Lerngegenstand häufig nicht explizit so benannt wird.»

Die Gestaltung des Unterrichts liege im Aufgabenbereich der Schule und der Lehrperson. Der Kanton, konkret das Departement für Bildung und Kultur, unterstütze das Anliegen eines interessanten Unterrichts in politischer Bildung «mit den getroffenen Rahmenbedingungen».

Vorstoss der Jungen CVP

Über 100 Personen aus der Bevölkerung hatten den von der Jungen CVP lancierten Volksauftrag für das eigene Schulfach «Politische Bildung» im 7. bis 9. Schuljahr unterzeichnet. Im Begehren war argumentiert worden, dass es gute «Kenntnisse über den Staatsaufbau und das Politsystem der Schweiz» brauche, «um seine eigenen politischen Rechte wahrnehmen zu können».

Deshalb müsse der Kanton «seinem Bildungsauftrag gerecht werden und das Interesse der Jugendlichen mit einem praxisbezogenen und interessanten Staatskundeunterricht wecken». Die mit dem Lehrplan 21 geplante Vermittlung der Staatskunde als Einbettung in das Fach Geschichte/Geografie sei jedenfalls «unbefriedigend», ein «eigenständiges Fach in der Lektionentafel» deshalb unabdingbar.

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