In Zuchwil wurde im vergangenen Jahr mit 223'498 Tonnen eine neue Rekordmenge an Abfall umweltgerecht verwertet. Die Menge kam zustande, weil die Kebag einer benachbarten Anlage aushalf, die als Folge eines Grossbrandes während Monaten komplett ausfiel. Der Kanton hatte diese Überschreitung der Maximalmenge von 221'000 Tonnen als Notmassnahme bewilligt. Durch die zusätzlichen Mengen stiegen die Einnahmen aus den Kehrichtgebühren gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent auf 29,82 Mio. Franken.

Die Einnahmen aus dem Energieverkauf legten dank deutlich höheren Fernwärmelieferungen um 11 Prozent auf 11,37 Mio. Franken zu. Insgesamt resultierten im vergangenen Jahr Einnahmen von 44,54 Mio. Franken, was einem Zuwachs von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Aufwände gingen gegenüber dem Vorjahr, in welchem deutlich höhere Aufwendungen für Unterhalt und Reparaturen angefallen waren, um 4 Prozent zurück. Daraus resultierte ein Gewinn von 4,39 Mio. Franken (2014: 4,15 Mio. Franken).

Grösste Stromproduzentin

Die Kebag produziert schweizweit am meisten elektrische Energie aus Abfall und ist die grösste Stromproduzentin in der Region. Im vergangenen Jahr betrug die Stromproduktion 165,6 GWh. Seit dem 1. Oktober 2015 erhält die Kebag für ihren Strom, der zu 50 Prozent als erneuerbar gilt, die kostendeckende Einspeisevergütung KEV.

Die Fernwärmeproduktion legte gegenüber 2014 um 15 Prozent auf 89 GWh zu. Diese Steigerung ist primär auf den Ausbau der Fernwärmenetze der AEK Energie AG und der Regio Energie Solothurn und die kälteren Wintertemperaturen zurückzuführen. Mit diesen Werten lag die Kebag erneut deutlich über dem in der Energieverordnung definierten Mindest-Energienutzungswert für Kehrichtheizkraftwerke. Die Schadstoffemissionen in Luft und Abwasser lagen im vergangenen Jahr wie bis anhin deutlich unter den erlaubten Grenzwerten, schreibt die Kebag in ihrer Mitteilung.

Abfallunterricht wieder beliebter

Nachdem im Jahr 2014 eine sinkende Beteiligung der Schulen am Abfallunterricht verzeichnet werden musste, stieg sie im Jahr 2015 wieder an. Abfallunterricht ist Unterricht zum Thema Abfall und Konsum, der von speziell ausgebildeten externen Fachlehrkräften allen interessierten Schulen im Einzugsgebiet der Kebag angeboten wird.

Seit Einführung des Abfallunterrichts im Jahr 2008 konnten über 3'000 Schulklassen mit mehr als 56'000 Kindern und Jugendlichen erreicht werden. Die Kebag leiste damit einen wichtigen Beitrag für die Sensibilisierung in Konsum- und Abfallfragen.

Umwelt-Engagement und Neubau

Für ihr Umwelt-Engagement durfte die Kebag im letzten Monat den Energiepreis 2016 der Regio Energie Solothurn entgegennehmen. Der Energiedienstleister würdigte damit die Anstrengungen der Kebag, neben der Kernaufgabe der Abfallverbrennung auch ökologische Verantwortung wahrzunehmen, etwa mit der Errichtung der Fernwärme-Versorgung, mit der Inbetriebnahme der weltweit ersten Zinkrecycling-Anlage oder mit dem Bau der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Kebag.

Mit dem Neubauprojekt Kebag Enova will die Kebag noch konsequenter auf eine Wiederverwertung des Abfalls, auf nachhaltige Energiegewinnung und auf die sichere Versorgung der Region mit Fernwärme setzen. Im Januar 2017 wird der Gestaltungs- und Zonenplan während dreissig Tagen öffentlich aufgelegt.

Der Genehmigungsentscheid wird im Frühling 2017 erwartet. Im Juni 2017 wird die Generalversammlung der Kebag über den Investitionskredit befinden können. Nach Ablauf des Bewilligungsverfahrens soll anfangs 2020 mit dem Neubau gestartet werden. Die Inbetriebnahme ist für 2025 vorgesehen. (mgt/uby)