Kehrichtverbrennung
Kebag Enova: Hitzesommer verkompliziert das gewaltige Neubauprojekt in Zuchwil

Die Kehricht-Verbrennungsanlage in Zuchwil soll ersetzt werden. Der Hitzsommer 2018 verkompliziert das gewaltige Projekt jedoch. Die Planung dauert deshalb rund ein halbes Jahr länger.

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Die bisherige Anlage der Kebag hat bald ausgedient und soll ersetzt werden.

Die bisherige Anlage der Kebag hat bald ausgedient und soll ersetzt werden.

Hansjörg Sahli

Die Kehricht-Verbrennungsanlage in Zuchwil ist über 40-jährig und hat langsam aber sicher ausgedient. Deshalb soll sie bis 2025 für über 400 Millionen Franken ersetzt werden. Erste Teilprojekte wurden bereits im Frühling dieses Jahres gestartet, der offizielle Spatenstich soll 2020 erfolgen.

Doch jetzt ist bereits ein erster Stolperstein aufgetaucht, wie «Radio 32» berichtete. Die geplante Wasser-Kühlanlage wird nicht gebaut werden können. Eine Verordnungsänderung von diesem Sommer hat dem Vorhaben einen Riegel geschoben. Neu darf aus Gewässern mit über 25 Grad Wassertemperatur nur noch Kühlwasser bezogen werden, wenn dadurch das Gewässer nicht um mehr als 0,01 Grad erwärmt wird. Bei der Kebag geht man aber davon aus, dass man das Wasser um rund 0,1 Grad erwärmen würde, also zehn Mal mehr als erlaubt.

«Wir wollen keine Kühlanlage bauen, wenn wir diese im Sommer gar nicht benutzen dürfen», erklärt Direktor Markus Juchli. Deshalb hat der Verwaltungsrat der Kebag in seiner Sitzung vom Freitag entschieden, auf ein System mit Luft-Kühlung umzusteigen. Dieses System ist jedoch deutlich weniger effizient als eine Wasser-Kühlung und braucht entsprechend mehr Platz. Rund 1000 Quadratmeter muss für dieses System eingeplant werden. Zum Vergleich: Damit braucht es rund zehn Mal mehr Platz als die Wasser-Kühlung. Keine leichte Aufgabe, dies auf dem räumlich eng begrenzten Areal im Emmespitz auch noch unterzubringen, gibt Juchli zu bedenken.

Und auch teurer wird diese Anlage: Man gehe von Mehrkosten von rund einer Millionen Franken aus, erklärt der Direktor. Damit verschiebt sich das ganze Projekt erst einmal. Anstatt wie geplant Ende dieses Monats das Baugesuch einzureichen, werde man rund sieben weitere Monate für die Planung benötigen. (rka)