Die Erleichterung über die Ablehnung der USR III (Unternehmenssteuerreform) war beim Synodalrat im Kantonsratssaal zu spüren. Laut Präsident Kurt von Arx wird die Umsetzung des neuen Finanzausgleichs durch den Kanton zu einer weiteren finanziellen Herausforderung. Die von Verwalter Dominik Portmann präsentierten Rechnungen 2016 zeigen erfreuliche Resultate. Die Synodalrechnung schliesst, nach Einlage von 65'000 Franken in den Ertragsausgleichsfonds, mit einen Ertragsüberschuss von 27'159 Franken ab.

Die Finanzausgleichsrechnung resultiert mit einem Ertragsüberschuss von 10'124 Franken. Dem Ertragsausgleichsfonds konnten, anstelle der budgetierten Entnahme von 80'000 Franken, 70'000 Franken zugewiesen werden. Einstimmig genehmigten die 75 Stimmberechtigten die beiden Jahresrechnungen.

Mit grossem Applaus wählte die Versammlung Susan von Sury-Thomas (Feldbrunnen) als neue Synodalrätin. Sie übernimmt von Urs Umbricht – neuer Vizepräsident und Ressortleiter Finanzen – das Ressort «Kommunikation und Öffentlichkeit». Grussworte und Dank übermittelten Regierungsrat Remo Ankli, Domprobst Arno Stadelmann sowie Ruedi Köhli, Präsident der Solothurner Interkonfessionellen Konferenz der drei Landeskirchen (Siko).

Aufbruch statt Niedergang

Spannendes veranschaulichte Professor Arnd Bünker in seinem Referat zum Thema «Entwicklung der Kirchen in der Schweiz – Veränderungen und neue Konturen». Der Leiter des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts St. Gallen (SPI) verdeutlichte: «Wer sich entscheidet, die Vergangenheit zum Massstab der Gegenwart zu machen, wird bei der konservativen Kirchenstatistik vor allem Niedergang entdecken.» Heute wichtige Themen und Arbeitsfelder erschienen dort nicht – etwa Spendenaufkommen, Stunden freiwilliger Arbeit oder Trost an Krankenbetten und in Gefängnissen.

Ebenfalls neue Formen der Partnerschafts- und Familienseelsorge wie Segnungsgottesdienste, Rituale, Begleitung bei Krisen, Trennungen und Neuanfängen. Die katholische Kirche habe im Jahr 2015 mit 2'576'616 Menschen über 15 Jahre ein historisches Rekordjahr erreicht, nicht zuletzt wegen der Migration. «Wir sind so viele wie noch nie – und fühlen uns schwächer denn je», hielt der Theologe und Sozialpädagoge fest. Wer Veränderungen statt Niedergang sehe, könne neue Chancen entdecken und unbekannte Aufbrüche wagen. «Wir brauchen Abenteurer, keine Verwalter des Besitzstandes der Vergangenheit», motivierte Arnd Bünker.