Synode
Katholiken unterstützen weiterhin die Armen - Kirchen müssen warten

Papst Franziskus hat es vorgemacht. Die Solothurner Katholiken unterstützen die Armen weiterhin, dafür darf eine Kirche auch etwas abgeschossen aussehen. Bei der Renovation wird zurückgesteckt.

Gini Minonzio
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Voller Einsatz: Nebst der Absolution möchte Karl Heeb auch die Subvention. Gin

Voller Einsatz: Nebst der Absolution möchte Karl Heeb auch die Subvention. Gin

«Wir werden weiterhin den Ärmsten helfen und dafür bei der Verwaltung und den Kirchenhäusern sparen», fasste Synodalrat Kurt von Arx am Mittwoch in Büsserach an der Synodalversammlung der römisch-katholischen Kirche des Kantons Solothurn zusammen. Die Synode ist der öffentlich-rechtliche Zusammenschluss der Kirchgemeinden.

Kurt von Arx, zuständig für die Finanzen, befürchtet, dass der Synode ab 2019 bis zu rund 1,1 Million Franken weniger zur Verfügung stehen werden. Zum Vergleich: Das Gesamtbudget im Jahr 2016 beträgt 5,7 Millionen. Auch die Solothurner Kirchgemeinden könnten gemäss Synodalrat Urs Umbricht bis zu 1,7 Millionen weniger einnehmen. Grund für die Mindereinnahmen sei die vom Bund geplante Unternehmenssteuerreform III, erklärte von Arx.

Diese werde die Steuerprivilegien für Holding- und Verwaltungsgesellschaften abschaffen. Deshalb könnten die Steuererträge der juristischen Personen um die Hälfte schrumpfen. «Die Synode und die Kirchgemeinden müssen sich auf grosse finanzielle Einschränkungen vorbereiten», erklärte von Arx.

Als ersten Schritt hat der Synodalrat beschlossen, die Zuwendungen an die Hilfsorganisation Caritas beizubehalten. Ab nächstem Jahr wird er jedoch weniger an die Renovierung der Kirchen bezahlen, was die 80 anwesenden Stimmberechtigten kommentarlos zur Kenntnis nahmen.

Weniger Geld für Pastoralräume

Einiges Murren verursachte hingegen die Ankündigung, ab 2017 nur noch 40 Prozent an die Einrichtung der Pastoralräume zu zahlen. 2007 hatte der damalige Bischof Kurt Koch beschlossen, die Pfarreien aufzuheben und zu grösseren Pastoralräumen zusammenzufassen. 77 Solothurner Pfarreien müssen sich zu 16 solothurnischen Pastoralräumen zusammenschliessen. Die Pfarreien Dornach, Gempen, Hochwald, Kleinlützel und Kienberg müssen gar zu Baselländer Pastoralräumen wechseln (wir berichteten).

Die Pastoralräume sollten ab 2017 funktionieren. Etliche Pfarreien sind jedoch noch nicht so weit. «Es ist ein willkürlicher Akt, wenn die Beiträge an die Einrichtung der Pastoralräume gekürzt werden», monierte Karl Heeb, Kirchgemeindepräsident der Stadt Solothurn. Ohne Pfarrer könne seine Kirchgemeinde die organisatorischen Arbeiten gar nicht an die Hand nehmen. «Wir haben deshalb die Absolution von Bischof Felix Gmür!», rief er in den Saal. Daraufhin meldete sich Leo Baumgartner zu Wort.

Der Kirchenrat aus Wangen bei Olten und alt Synodalrat führte ähnliche Gründe ins Feld. Synodalrat Kurt von Arx und Synodalpräsidentin Bernadette Rickenbacher versprachen, Ausnahmen zu prüfen. Sie betonten jedoch, dass die Beiträge irgendeinmal definitiv eingestellt werden.

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