Einbrecherparadies
Kapo-Kommandant: «Unsere Abdeckung im Schwarzbubenland ist hoch»

Das Schwarzbubenland fühlt sich als Einbrecherparadies. Die Zahlen belegen das aber nicht wirklich. Was kann die Polizei tun, wenn Zahlen und Gefühle auseinanderdriften?

Lucien Fluri
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Thomas Zuber, Kommandant der Kantonspolizei.

Thomas Zuber, Kommandant der Kantonspolizei.

Hansjörg Sahli

Thomas Zuber, das Schwarzbubenland sieht sich als Einbrecherparadies. Ihre Zahlen belegen das nicht.

Thomas Zuber: Zwar haben die Einbrüche im Schwarzbubenland zugenommen. Aber im Vergleich mit den Nachbarkantonen oder anderen Teilen des Kantons Solothurn relativiert sich die Lage.

Offenbar driften hier die Realität und das subjektive Sicherheitsgefühl auseinander. Einige Gemeinden engagieren gar Sicherheitsdienste. Schwindet so nicht das Vertrauen in die Polizei?

Grundsätzlich ist das Vertrauen wichtig und führt auch zu mehr Hinweisen. Wir sind immer in Kontakt mit den Gemeinden und versuchen, sie im Rahmen des Machbaren zu unterstützen. Man kann das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung nur mit mehr Präsenz positiv beeinflussen - und indem wir ihm die tatsächlichen Zahlen gegenüberstellen. So sehr wie es Eigentümern einer Firma überlassen ist, kann aber auch eine Gemeinde einen Sicherheitsdienst engagieren.

Was hat die Kantonspolizei im Schwarzbubenland bisher gemacht?

Wir haben die Zusammenarbeit mit dem Grenzwachtkorps und der basellandschaftlichen Polizei intensiviert. Und wir haben die Kräfte vor Ort verstärkt. Wir haben im Schwarzbubenland einen polizeilichen Sicherheitsassistenten eingestellt und werden noch dieses Jahr einen zweiten in die Ausbildung schicken. Ab Ende Jahr können sie zusammen in den Einsatz.

Das subjektive Sicherheitsempfinden bindet also auch Kräfte an Orten, wo die Kriminalität objektiv nicht so hoch ist. Hat ihnen andererseits das Gefühl nicht auch geholfen, die 24 neuen Stellen zu erhalten, um die das Korps seit 2008 aufgestockt wurde?

Auch für einen Politiker ist klar, dass es die objektive und die subjektive Sicherheit braucht. Wir haben ja einen Teil dieser neuen Stellen für polizeiliche Sicherheitsassistenten genutzt. Diese sind an Brennpunkten wie Schulhäusern präsent. Und wenn die Bevölkerung die Polizei sieht, stärkt dies das subjektive Sicherheitsgefühl.

Was hat der Bürger von den 24 Stellen gemerkt?

Die Bevölkerung merkt sicher, dass wir kurze Interventionszeiten haben. Bei Hinweisen sind wir dank der Patrouillenpräsenz rasch vor Ort und können Täter anhalten. Und wir haben immer noch ein sehr dichtes Postennetz. Wir halten 16 Polizeiposten aufrecht. Für unseren Kanton, der so verzettelt ist, ist das wichtig.