Interpellation
Kantonsstrassen sind sicherer - Regierungsrat nimmt Stellung

Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden hat in den letzten fünf Jahren abgenommen. Der Regierungsrat nimmt Stellung zu einer Interpellation von Barbara Wyss Flück.

Christian von Arx
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Am 9. Oktober 2014 wurde eine Rentnerin auf dem Fussgängerstreifen auf der Weissensteinstrasse in Langendorf von einem Lastwagen erfasst und verstarb. Dieser Unfall war der Anlass für die Interpellation von Barbara Wyss Flück.

Am 9. Oktober 2014 wurde eine Rentnerin auf dem Fussgängerstreifen auf der Weissensteinstrasse in Langendorf von einem Lastwagen erfasst und verstarb. Dieser Unfall war der Anlass für die Interpellation von Barbara Wyss Flück.

Kapo SO

Auf den Kantonsstrassen im Siedlungsgebiet ging die Anzahl Unfälle mit Personenschaden von 2009 bis 2013 um rund einen Fünftel zurück: Von 306 auf 243. Die Anzahl Unfälle mit Leicht- und Schwerverletzten nahm etwa im gleichen Ausmass ab. Gegenläufig entwickelten sich aber die Unfälle mit Getöteten: In den Jahren 2009 bis 2011 gab es je einen oder zwei tödliche Unfälle, im Jahr 2012 stieg diese Zahl jedoch auf 3, und 2013 sogar auf 5. Diese Zahlen aus der Unfallstatistik nennt der Regierungsrat in seiner Stellungnahme zu einer Interpellation von Barbara Wyss Flück (Grüne, Solothurn) zum Thema Unfallverhütung auf Kantonsstrassen.

Anlass zur Interpellation war ein Unfall vom 9. Oktober 2014 auf der Weissensteinstrasse in Langendorf, wo eine Rentnerin auf dem Fussgängerstreifen von einem Lastwagen erfasst wurde und verstarb. Es war dort der zweite tödliche Unfall innert kurzer Zeit.

Der Unfall in Langendorf sei laut der Kantonspolizei nicht auf ein Sicherheitsdefizit im Bereich des Fussgängerstreifens zurückzuführen, erklärt die Regierung. Die systematische Überprüfung der Fussgängerstreifen an der ganzen Weissensteinstrasse von Solothurn bis Oberdorf habe einzig beim Restaurant Chutz in Langendorf ein Problem ergeben, und dieses Defizit sei mit der Verschiebung der Bushaltestelle zum Restaurant National behoben worden. Auf dieser Strasse zeige die Unfallstatistik keine Unfallschwerpunkte, und es seien keine besonderen Gefahrensituationen bekannt.

Allgemein sei die Überprüfung sämtlicher Fussgängerstreifen auf Kantonsstrassen im letzten Jahr abgeschlossen worden, teilt die Regierung mit. Die Verbesserung der Sicherheit von Fussgängerstreifen sei ein Schwerpunkt in der Strassenbau-Mehrjahresplanung 2015–2018. Die Sicherheitsdefizite auf dem Kantonsstrassennetz im gesamten Siedlungsgebiet seien aus heutiger Sicht grundsätzlich bekannt und würden sukzessive nach Dringlichkeit und Finanzierbarkeit behoben. Die Regierung liefert dazu eine Liste von rund 50 grösseren Sanierungsmassnahmen mit Elementen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, die seit September 2011 ausgeführt wurden.

Den Mahnfinger erhebt die Regierung an die Adresse von Gemeindebehörden, Grundeigentümern und politischen Parteien: Diese würden immer öfter Massnahmen wie Einfahrtsbremsen, Fussgängerschutzinseln, Gehwegergänzungen, Radstreifen, Verzahnung von Vorplätzen, das Verschieben von Bushaltestellen und Verengen von Einmündungen als unnötige Kostentreiber infrage stellen. «Das bedingt sehr oft das Eingehen von Kompromissen, oft zulasten der angestrebten Verbesserung der Sicherheit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer», heisst es in der Antwort der Regierung.