Kunst im Knast
Kantonsrätin ärgert sich über «seelische Wellness für Straftäter»

In einer Interpellation ärgert sich SVP-Kantonsrätin Claudia Fluri (Mümliswil) darüber, dass dem Kanton die künstlerische Ausschmückung des Neubaus der Justizvollzugsanstalt «im Schache» stolze 215 000 Franken wert ist.

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Die Justizvollzugsanstalt wird mit Kunst ausgestattet. (Archiv)

Die Justizvollzugsanstalt wird mit Kunst ausgestattet. (Archiv)

Hansjörg Sahli

Die 215 000 Franken entsprechen 0,4 Prozent des gesamten Baukredits.

Das, obwohl die Finanzlage des Kantons alles andere als rosig ist. «Kunst ist nicht das Brot, sondern der Wein des Lebens», sagte Claudia Fluri im Kantonsrat, «derzeit können wir uns aber nur das Brot leisten.»

Claudia Fluri: «Kunst ist der Wein – nicht das Brot des Lebens. Und den Wein können wir uns nicht mehr leisten.»

Claudia Fluri: «Kunst ist der Wein – nicht das Brot des Lebens. Und den Wein können wir uns nicht mehr leisten.»

Ueli Wild

Zudem sei es für die Bürger unverständlich, wenn mit ihrem Geld «seelische Wellness für schwere Straftäter» betrieben werde. Eine gewisse Unterstützung für ihr Anliegen erhielt die SVP von der FDP.

Für Sprecherin Karin Büttler (Laupersdorf) stellt die Volkspartei «berechtigte Fragen». Sie erwähnt zudem eine von der FDP zusätzlich zum Massnahmenplan 2014 eingereichte Sparmassnahme, die den Gesamtkunstkredit für kantonseigene Bauten plafonieren will.

Sowohl Büttler als auch die Sprecher der anderen Fraktionen erinnern aber daran, dass der Kunstkredit für den Neubau der Justizvollzugsanstalt im Rahmen des gesamten Baukredits im Jahr 2009 vom Kantonsrat und auch in einer Volksabstimmung bewilligt worden ist. (esf)