Kantonsrat
Kantonsrat will beim Qualitätsmanagement der Schulen sparen

Der Auftrag des EVP-Kantonsrat René Steiner trifft den Nerv der Zeit. Der Oltner fordert die Regierung auf, zu zeigen, wie bei der Schulaufsicht jährlich eine Million Franken eingespart werden kann. Eine Mehrheit sprach sich für den Auftrag aus.

Elisabeth Seifert
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Der Solothurner Kantonsrat möchte bei der externen Evaluation eine Million Franken einsparen.

Der Solothurner Kantonsrat möchte bei der externen Evaluation eine Million Franken einsparen.

Solothurner Zeitung

Ein Drittel der Schulträger hat mittlerweile Erfahrungen mit der alle fünf Jahre stattfindenden externen Schulevaluation gesammelt. Und die Begeisterung hält sich in engen Grenzen, wie die Debatte im Kantonsrat gestern deutlich zeigte. Der Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Ertrag, lautet die allgemeine Kritik. FDP-Kantonsrat Kuno Tschumi etwa bezifferte den dafür nötigen Personalaufwand allein in seiner Gemeinde Derendingen auf «weit über 100 000 Franken».

Mehrheit für Anliegen

EVP-Kantonsrat René Steiner (Olten) trifft mit seinem Auftrag einen Nerv der Zeit. Seine Forderung: Die Regierung soll aufzeigen, wie bei der Schulaufsicht jährlich eine Million Franken eingespart werden kann. Mit Ausnahme einer Mehrheit der Grünen sprachen sich alle Fraktionen - gegen den Antrag der Regierung - grösstmehrheitlich für das Anliegen aus. 86 Parlamentarier stimmten dafür, nur 8 waren dagegen und 2 enthielten sich der Stimme.

Schulen machen viel für Qualität

«Seit Einführung der Geleiteten Schulen haben die einzelnen Schulen den Auftrag, die Qualität ihrer Schule zu sichern», betonte SP-Sprecherin Franziska Roth (Solothurn). Alle ein bis zwei Jahre holen die Schulen Rückmeldungen von Lehrpersonen, Schülern und Eltern ein. Und gerade die bisher vorliegenden Resultate der von der Fachhochschule Nordwestschweiz durchgeführten externen Schulevaluation machen deutlich, dass die Schulen intern «über ein sehr gutes Qualitätsmanagement verfügen».

Ein einziger Papierkrieg

Ihr Fazit: «Eine flächendeckende externe Evaluation alle fünf Jahre ist unnötig.» Ganz ähnlich urteilt auch Peter Brotschi (CVP, Grenchen) im Namen der Fraktion CVP/EVP/GLP/BDP. «Die externe Evaluation ist gut gemeint, aber die Ausführung ist übersteuert.» Die Fraktionssprecherin der FDP, Verena Meyer (Mühledorf), erinnerte daran, dass die Freisinnigen bei der Einführung der Geleiteten Schulen ein System zur Qualitätsmessung ausdrücklich befürwortet haben. Die Umsetzung in die Praxis sei jetzt aber ein einziger Papierkrieg. «Wir müssen Doppelspurigkeiten zwischen der internen und externen Schulevaluation verhindern», meinte Thomas Eberhard (Bettlach) als Sprecher der SVP sowie der Bildungs- und Kulturkommission (Bikuko).

Gewisse Sympathien seitens der Regierung

«Es kann nicht sein, dass wir ein System, das erst im Aufbau begriffen ist, schon wieder abwürgen,» argumentierte Felix Wettstein (Grüne, Olten) im Namen einer Mehrheit seiner Fraktion gegen den Auftrag von René Steiner. Und: «Das konkrete Sparziel von einer Million Franken bedeutet einen Leistungsabbau.» Bildungsdirektor Klaus Fischer zeigte durchaus gewisse Sympathien für das Anliegen. Konkret sieht er bei der Häufigkeit der externen Schulevaluation Einsparungsmöglichkeiten. Zudem könnte man auch, so Fischer, auf gewisse Entwicklungsprojekte verzichten. Nicht einverstanden sei die Regierung aber mit dem verfügten Sparziel von einer Million Franken.