Kantonsrat Solothurn
SP-Auftrag ganz knapp abgelehnt: Energieausweis für Gebäude bleibt im Kanton Solothurn freiwillig

Der Regierungsrat soll prüfen, wann der Energieausweis für Gebäude obligatorisch sein soll, das forderte die Fraktion der SP/junge SP des Solothurner Kantonsrats. Dazu kommt es nicht, der Auftrag scheiterte im Parlament - der Entscheid viel hauchdünn aus.

Noëlle Karpf
Merken
Drucken
Teilen
Speziell im Gebäudebereich sind Co2 Emmissionen im Kanton Solothurn noch zu hoch.

Speziell im Gebäudebereich sind Co2 Emmissionen im Kanton Solothurn noch zu hoch.

Donato Caspari

Ein grünes A? Oder ein tiefrotes G? Verschiedene Produkte – etwa Kaffeemaschinen – tragen heute eine Energieetikette. Diese gibt Aufschluss darüber, wie energieeffizient ein Produkt ist. Mit dem GEAK – dem Gebäude-Energieausweis der Kantone – gibts so etwas Ähnliches auch für Gebäude. Dieser ist im Kanton jedoch nicht Standard, sondern freiwillig.

Und das soll auch so bleiben. Diesen Entschluss hat am Mittwoch der Kantonsrat gefällt. Ganz knapp – bei 46 Ja- und 49 Nein-Stimmen – scheiterte ein Auftrag der SP/Junge SP. Mit diesem wollte die Fraktion den Regierungsrat zumindest prüfen lassen, wann das Erstellen des erwähnten GEAK obligatorisch sein soll.

Markus Ammann SP-Kantonsrat.

Markus Ammann SP-Kantonsrat.

Zvg

Solothurn solle die energiepolitische rote Laterne endlich abgeben, monierte SP-Sprecher Markus Ammann (Olten). Damit spielte er auf die Tatsache an, dass der CO2-Ausstoss im Gebäudebereich in der ganzen Schweiz nirgends so hoch ist wie im Kanton Solothurn. Grüne, GLP und Teile der CVP schlossen sich dem Anliegen zwar an.

Energie sparen lohne sich, sagte auch Christian Thalmann (Breitenbach) für die FDP, und am GEAK sei an und für sich nichts auszusetzen. Und dann kam das Aber:

«Warum muss man das für obligatorisch erklären?»

Freiwilligkeit gehe vor – und sei ausreichend, das befand am Schluss auch eine Mehrheit des Rates –, wenn auch eine knappe.