Schul-Evaluation

Kantonsrat sagt Ja zu einer kritischen Aussensicht

Roberto Conti (SVP, Solothurn). Sein Auftrag wurde abgelehnt.

Roberto Conti (SVP, Solothurn). Sein Auftrag wurde abgelehnt.

Die Solothurner Schulen sollen weiterhin durch Experten der Fachhochschule beurteilt werden. Eine Ratsmehrheit lehnte deshalb einen Auftrag von Roberto Conti (SVP, Solothurn) ab.

«Auf die externe Evaluation der Volksschulen ist ab sofort gänzlich zu verzichten.» So lautete kurz und bündig ein Auftrag von SVP-Kantonsrat Roberto Conti (Solothurn). Die gerade auch im Schulbereich zu beobachtende «Evaluations-Sucht» binde wertvolle Ressourcen, die man besser für den Unterricht selber einsetzen würde, begründete er seinen Auftrag. Auch ohne die in regelmässigen Intervallen stattfindende Überprüfung durch Experten der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) würden die Solothurner Schulen bereits einer eingehenden Evaluation unterzogen. Auch die Aussensicht komme dabei, so Conti, nicht zu kurz. Konkret nannte er die kantonalen Vorgaben und Leistungsvereinbarungen. Mit 64 zu 29 Stimmen (bei einer Enthaltung) hat der Kantonsrat am Mittwoch den Auftrag abgelehnt. Unterstützung fand das Anliegen neben der SVP bei einer Minderheit der Mittefraktion sowie zwei SP-Kantonsräten.

Der Vorstoss sei auf den ersten Blick durchaus verlockend, waren sich dabei auch die Gegner einig. Die Schulen könnten so entlastet werden, auch liessen sich Steuergelder sparen. Der Kanton habe aber den Auftrag für Transparenz zu sorgen, sagte etwa SP-Sprecher Mathias Stricker (Bettlach). «Die externe Evaluation gibt den kantonalen und auch kommunalen Behörden ein nötiges Kontrollinstrument in die Hand.» Mit der Einführung der Geleiteten Schulen seien die Inspektorate und die Schulkommission abgeschafft worden, stellte Verena Meyer (FDP, Mühledorf) fest. Aus diesem Grund brauche es jetzt eine externe Evaluation, welche die kritische Aussensicht sicherstelle.

Intervalle werden verlängert

Mehrheitlich abgelehnt wurde der Auftrag auch deshalb, weil das Bildungsdepartement derzeit damit beschäftigt ist, die Qualitätsüberprüfung zu reduzieren. Dazu beauftragt worden ist dieses durch einen vom Kantonsrat überwiesenen Auftrag von René Steiner (EVP, Olten). Dazu gehört unter anderem, dass die Intervalle für die externe Schul-Evaluation von heute vier auf sechs Jahre verlängert werden sollen.

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