Solothurner Parlament

Kantonsrat plädiert für Abstand - zwischen Siedlung und Wald

Theoretisch gilt ein Mindestabstand von 20 Metern zwischen Siedlung und Waldrand. In der Praxis gibt es aber immer wieder Ausnahmebewilligungen.

Theoretisch gilt ein Mindestabstand von 20 Metern zwischen Siedlung und Waldrand. In der Praxis gibt es aber immer wieder Ausnahmebewilligungen.

Mehrere Stimmen im Solothurner Parlament machten sich am Mittwoch für einen höheren Mindesasbstand zwischen Siedlungsrand und Wald im Kanton aus. Ob sich in diesem Bereich auch tatsächlich etwas tut, ist aber nicht ersichtlich im Moment.

Kantonsrat Eine Gefahr für Natur und Hausbesitzer – dies stellt laut Kantonsrat Peter Brotschi (CVP, Grenchen) ein zu geringer Abstand zwischen Häusern und dem Waldrand dar. Der Hintergrund: Vor über 20 Jahren wurde der Mindestabstand zwischen Wald und Siedlungsrand von 30 auf 20 Meter verkürzt. Auf das Tapet brachte Brotschi das Thema wieder mit einem Vorstoss, welchen er zum Thema eingereicht hatte, unter anderem deshalb, weil es in der Praxis heute immer wieder Ausnahmebewilligungen gibt – so dass der besagte Abstand in einigen Fällen auch unter 20 Meter liegt.

Dabei wurden im Kantonsrat schon die heute vorgeschriebenen 20 Meter von mehreren Seiten als zu knapp kritisiert. Förster Georg Nussbaumer (CVP, Hauenstein-Ifenthal) sprach davon, dass es mit der heutigen Situation praktisch nur Verlierer gebe: «Die Bewohner leiden unter Schatten, Windfall, verstopften Abflüssen», zählte Nussbaumer auf. Am meisten aber leide der Wald.

Auch von Seiten der Grünen wurde ein wieder grösserer Abstand gewünscht, wie Myriam Frey Schär (Olten) erörterte; zudem sei die heutige Bewilligungspraxis «kritisch zu hinterfragen». Dafür sprach sich auch Brotschi aus. Er bemängelte, dass die Hoheit hierbei bei den Gemeinden liegt. «Dort ist die Nähe zur Bauherrschaft automatisch gegeben» – was dann leicht zur Bewilligung von Gesuchen für einen kleineren Abstand von Haus zum Wald führe.

Eine Änderung in der Praxis ist vorerst aber nicht in Sicht, beim Vorstoss handelte es sich lediglich um eine Interpellation und keinen Auftrag. Und die Haltung des Regierungsrats wurde in der Beantwortung eben dieser Interpellation deutlich. So schreibt er etwa auf die Frage, ob man sich demnächst einen kleineren Mindestabstand vorstellen könnte: «Die Bestimmungen zum Waldabstand (...) haben sich grundsätzlich bewährt und waren bis anhin auch nicht bestritten.»

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