Kantonsrat
Cargo Sous Terrain stösst im Solothurner Parlament auf Faszination und Skepsis zugleich

Birgt der unterirdische Gütertransport für den Kanton Solothurn als Logistik-Drehzentrum mehr Chancen oder Risiken? Am ehesten ist man sich im Kantonsparlament darüber einig, dass noch zu viele Fragen offen sind, um das zu beurteilen.

Urs Moser
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Auf solchen Fahrzeugen sollen Güter dereinst unterirdisch durchs Land beflrdert werden.

Auf solchen Fahrzeugen sollen Güter dereinst unterirdisch durchs Land beflrdert werden.

cst

Grundsätzlich eine faszinierende Idee, die neue Chancen eröffnet und unterstützungswürdig, aber eben doch auch noch mit sehr vielen offenen Fragen behaftet ist: In der Beurteilung des Megaprojekts «Cargo Sous Terrain» sind sich der Regierungsrat und die grosse Mehrheit des Parlaments in etwa einig.

Anlass zur Debatte über das System für den unterirdischen Gütertransport gab eine Interpellation von Kantonsrat Urs Huber (SP, Obergösgen). Der Regierungsrat hatte sich in seiner Stellungnahme zu «Aufwand und Problemen für den Kanton Solothurn» verhalten optimistisch gezeigt. Man komme gerade im Kanton Solothurn mit den Logistikzentren im Gäu nicht umhin, sich auch mit neuartigen Technologien auseinanderzusetzen, entscheidend für den Kanton sei eine optimale Flächennutzung an besonders geeigneten Standorten.

Neue Erkenntnisse brachte die Diskussion im Ratsplenum am Mittwoch nicht. Sie zeigte aber, dass die Idee hinter dem Projekt bei allen Unwägbarkeiten bezüglich Realisierung und Finanzierung Sympathie geniesst. Sie sei «so gut, dass man sie nur unterstützen kann», wie es GLP-Sprecher Thomas Lüthi (Hägendorf) ausdrückte. «An sich bestechend» fand selbst Heinz Flück (Grüne, Solothurn) das Projekt, dennoch könne man in seinem Lager bis jetzt keine Euphorie dafür entwickeln. Ihm fehle eine übergeordnete Planung und Koordination für die gesamte Logistik-Infrastruktur, so der Sprecher der Grünen mit Verweis etwa auf Autobahn-Ausbauten und Plänen für neue Verteilzentren.

Pure Euphorie dagegen bei Stefan Nünlist (FDP, Olten), der allerdings auch bei der Swisscom tätig ist, die in der Trägerschaft des Projekts engagiert ist: Es wäre gescheiter, von den Chancen statt von Aufwand und Problemen zu sprechen, meinte er an die Adresse von Ratskollege Huber. Und dieser selbst? Immerhin dürfte ein erster Schritt in seinem Sinn erfolgt sein. Denn er bemängelte vor allem, dass er es noch nie erlebt habe, dass ein Projekt dieser Dimension nur eine so flaue öffentliche Debatte auslöste

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