Solothurner Kantonsrat
Kantonspolizei kehrt neuen Drogen-Schnelltests den Rücken

Die Aufregung um die fehlerhaften Drogen-Schnelltests hat sich gelegt. Das neue Produkt wird zwar als nicht grundsätzlich unzuverlässig beurteilt, trotzdem setzt die Kantonspolizei wieder auf die alt bewährten Drogentests.

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Die Kantonspolizei setzt wieder die herkömmlichen Drogentests ein. (Symbolbild)

Die Kantonspolizei setzt wieder die herkömmlichen Drogentests ein. (Symbolbild)

Keystone

Die Aufregung um fehlerhafte Drogen-Schnelltests hat sich etwas gelegt. Das neue Produkt, das die Kantonspolizei versuchsweise einsetzte, zeigte insbesondere bei Amphetaminen in gut 9 Prozent der Fälle ein positives Ergebnis an, das sich dann in der medizinischen Untersuchung aber nicht bestätigte.

Mit dieser Fehlerquote sei der Test nicht als grundsätzlich unzuverlässig zu beurteilen, hiess es in der Antwort auf eine Interpellation von Josef Fluri (SVP, Mümliswil). Inzwischen wurde aber bekannt, dass die Polizei nach der Testphase nun wieder auf ein anderes Produkt setzt, das sich seit 12 Jahren bewährt hat. Damit war Fluri aber nur halbwegs zufrieden.

Das Problem: Bei einem positiven Schnelltest muss der Fahrausweis zwingend abgenommen werden. Bis die medizinische Untersuchung allenfalls ergibt, dass doch kein strafbarer Drogenkonsum vorliegt, dauert es aber rund zwei Wochen. Zu lang, fand neben Fluri am Dienstag auch SP-Sprecherin Nadine Vögeli (Hägendorf).

Regierungsrätin Susanne Schaffner kündigte dazu einen Praxiswechsel an: Bei einem positiven Ergebnis auf Cannabis soll der Führerausweis künftig schon nach zwei bis drei Tagen provisorisch zurückgegeben werden. (mou)