Abschluss der Kaufverhandlungen

Kantonsbaumeister: «Wir sind mit dem Preis fürs Schöngrün-Areal zufrieden»

Biberister Boden: Blick vom «Gisihübeli» aus auf den Bauplatz für die 130 Wohnungen.

Biberister Boden: Blick vom «Gisihübeli» aus auf den Bauplatz für die 130 Wohnungen.

Die Lage des Schöngrün-Areals bietet viele Vorteile, die AXA Winterthur rechnet mit einer guten Nachfrage nach Wohnungen. Auf jeden Fall sollen nach dem erfolgreichen Kauf so viele Mietwohnungen wie möglich erstellt werden.

Dort, wo Sträflinge einst ihre Haftstrafen verbüssten, entsteht demnächst ein komfortabler Wohnpark für freie Bürgerinnen und Bürger. 130 Miet- und Eigentumswohnungen werden im Verlauf der nächsten Jahre auf dem Areal der ehemaligen Strafanstalt Schöngrün gebaut. Sind diese Pläne des Kantons für eine neue Nutzung des Grundstücks auf Biberister Boden bereits seit längerem bekannt, musste erst noch ein Investor für das Bauland gefunden werden.

Im letzten Sommer leitete der Kanton per Inserat im Amtsblatt die Suche nach einem Bauherrn öffentlich ein. Am Dienstag hat er den erfolgreichen Abschluss der Verkaufsverhandlungen mit dem Versicherungskonzern AXA Winterthur bekannt gegeben. Über den Verkaufspreis des 44 000 Quadratmeter grossen Grundstücks sei Stillschweigen vereinbart worden, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Interesse von 26 Investoren

«Das ist in der Branche so üblich», meinte Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli auf Anfrage – und fügte bei: «Wir sind mit dem Preis zufrieden.» Im Minimum hat das Areal den Besitzer für 22 Millionen Franken gewechselt. Angebote mit einem tieferen Verkaufspreis sind gemäss Mäusli nämlich nicht weiterverfolgt worden.

Insgesamt haben sich 26 Investoren für den Kauf des Baulands interessiert. Darunter waren Pensionskassen (auch jene des Kantons Solothurn), Versicherungen, Generalunternehmer und Immobilieninvestoren. Drei Interessenten sind zum Schluss übrig geblieben. «AXA Winterthur hat das höchste Angebot unterbreitet», begründete Mäusli den Zuschlag für das Unternehmen.

«Das Areal Schöngrün eignet sich sehr gut für eine nachhaltige und langfristige Investition in Wohnbauten», meinte am Dienstag AXA-Sprecherin Andrina Speziale das Kaufinteresse. Konkret nannte sie die zentrale Lage mit der Nähe zum neuen Bürgerspital, die Nähe zum Bahnhof Solothurn sowie bestehende Infrastrukturen in Biberist und Solothurn. Aufgrund solcher Vorteile rechnet AXA Schweiz denn auch mit einer guten Nachfrage nach den Wohnungen. Das kann Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli nur bestätigen: Bereits in den letzten Monaten seien beim Kanton zahlreiche Anfragen eingegangen.

Bauarbeiten beginnen 2017

Noch kann die neue Bauherrin nicht sagen, wie hoch der Anteil an Miet- respektive Eigentumswohnungen sein wird. Ziel sei aber, so Mediensprecherin Andrina Speziale, möglichst viele Mietwohnungen zu erstellen. «Als Versicherer sind wir an steten Erträgen interessiert und weniger an der Realisierung von Verkaufsgewinnen.» Die Mietpreise werden dabei auf dem «marktüblichen Niveau» liegen. «Wir sind bestrebt, eine sehr gute Überbauung zu vernünftigen Mietpreisen zu realisieren.»

Wenn alles glatt läuft, will die AXA mit den eigentlichen Bauarbeiten im zweiten Halbjahr 2017 beginnen. Im Idealfall werde die Überbauung dann gegen Ende 2019 bezugsbereit sein, meine die AXA-Mediensprecherin. Zuerst aber muss die Planung konkret an die Hand genommen werden. Nach Ostern werde, so Andrina Speziale, ein Planungsteam zusammengestellt.

Bei der Planung ist die AXA als Bauherrin an den bereits im Frühling 2015 vom Regierungsrat genehmigten «Gestaltungsplan Schöngrün mit Sonderbauvorschriften» gebunden. Grundgelegt ist diesem Gestaltungsplan eine Testplanung, die bereits im Jahr 2011 durchgeführt wurde. Das zuständige Beurteilungsgremium entschied sich damals einstimmig für das Projekt des Badener Architekturbüros Egli Rohr Partner AG, welches unter dem Namen «Hufeisen» läuft.

Obwohl die neue Bauherrin nicht gezwungen wäre, das «Schöngrün»-Projekt mit dem Badener Architekturbüro zu realisieren, hat sich die AXA dennoch dafür entschieden. Es handle sich um ein überzeugendes Projekt, meinte Andrina Speziale. Deshalb liege es auf der Hand, dass Projekt mit diesem Architekturbüro zu planen und umzusetzen. Vorgegeben ist dabei neben der hufeisenförmigen Form etwa die Höhe der Überbauung.

So können die Baufelder drei- bis fünfgeschossig überbaut werden, die maximale Bruttogeschossfläche beträgt rund 19 500 Quadratmeter. Die neue Siedlung soll im Minergie-Standard erstellt und an das Fernwärmenetz der Regio Energie Solothurn angeschlossen werden.

Der auf dem Areal stehende Gutshof und auch das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Strafanstalt müssen erhalten bleiben. Speziale: «Idealerweise werden wir in diesen Gebäuden Nutzungen realisieren, die die Wohnüberbauung ergänzen.»

Abgerissen werden indes der Zellentrakt sowie die Treibhäuser. Das benachbarte Untersuchungsgefängnis im Übrigen erfüllt weiterhin seinen Zweck. Sobald die Planungsarbeit abgeschlossen ist, muss die AXA bei der Gemeinde Biberist eine Baubewilligung einholen.

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