Lehrertag
Kantonaler Lehrerinnen- und Lehrertag 2013 im Zeichen des neuen Winds

Die Solothurner Lehrerschaft und der neue Bildungsdirektor Remo Ankli befinden sich auf Konsens-Kurs. Schlagartig ändern könnte die Stimmung, wie LSO-Präsidentin Dagmar Rösler klar machte, «sollte man auf die Idee kommen, die Lehrerlöhne zu kürzen.»

Ueli Wild
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Kantonaler Lehrertag in Olten
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Bei seinem ersten Auftritt an einem kantonalen Lehrerinnen- und Lehrertag erntete der neue Bildungsdirektor Remo Ankli Applaus.
Remo Ankli
LSO-Präsidentin Dagmar Rösler: Warnung vor Lohnsenkungen.
Titus Guldimann: Mit Lehrplan 21 wird Schule nicht neu erfunden.

Kantonaler Lehrertag in Olten

Ueli Wild

Windräder in allen Farben schmückten die Oltner Stadthalle, wo am Mittwoch zum neunten Mal der Kantonale Lehrerinnen- und Lehrertag stattfand. Eine Anspielung auf den «neuen Wind», der seit dem 1. August dieses Jahres im Solothurner Bildungswesen wehe, wie LSO-Präsidentin Dagmar Rösler verriet. Welcher Art dieser Wind ist, wusste Rösler freilich noch nicht zu sagen: «Vielleicht kommt es zu einem Sturm», sinnierte sie. «Oder wird es noch windstiller?»

Die im Massnahmenplan 2013 des Regierungsrates enthaltenen Abstriche im Bildungsbereich seien sang- und klanglos «versenkt» worden, stellte Rösler rückblickend fest. Aber «nach dem Massnahmenplan» sei «vor dem Massnahmenplan», müsse der Kanton doch satte 150 Mio. Franken sparen. Die Schule, räumte die LSO-Präsidentin ein, werde nicht darum herum kommen, ihren Sparbeitrag zu leisten, aber die Lehrerschaft verlange Opfersymmetrie. Es gehe nicht an, nur auf dem Buckel der Volksschule zu sparen.

Warnung vor Lohnsenkungen

Die Arbeitsmoral sinke, wenn sich Mitarbeitende ungerecht behandelt fühlten, machte die LSO-Präsidentin unter Verweis auf ein mit Kapuzineräffchen durchgeführtes Experiment klar. Bei diesem stellten 40 Prozent der Äffchen die Arbeit unverzüglich ein, wenn ein anderes für die gleiche Leistung mehr Belohnung erhielt. Einzelne schmissen gar ihre Belohnung, eine Gurke, gegen den Leiter des Experiments. Was Rösler damit sagen wollte: «Sollte man auf die Idee kommen, die Lehrerlöhne zu kürzen», warnte sie, «ändert die Stimmung schlagartig – denkt nur an die Äffchen!»

Anklis erster Auftritt am Lehrertag

Remo Ankli, der neue Vorsteher des Departments für Bildung und Kultur (DBK), trat erstmals am Lehrertag «in der Bildungshauptstadt des Kantons» – so Oltens Stadtpräsident Martin Wey – auf. Klaus Fischers Nachfolger signalisierte grundsätzlich Konsensbereitschaft mit den Worten: «Ich bin sehr motiviert für die Zusammenarbeit mit dem LSO und den Gemeinden. Wir können voneinander lernen, wenn wir einander zuhören.»

In seiner noch jungen Amtszeit, unterstrich Ankli, habe er feststellen dürfen, dass die Solothurner Lehrerschaft punkto Ausbildung, Persönlichkeit und Motivation den Anforderungen, welche die Gesellschaft an sie stelle gewachsen sei. Der DBK-Vorsteher bestätigte weiter, dass es nun darum gehe, Geschaffenes zu konsolidieren. Eine Totalsanierung der Schule werde es in den nächsten Jahren nicht geben. Schliesslich habe der Kantonsrat dem entsprechenden Reformstopp mit grossem Mehr zugestimmt.

DBK muss 30 Mio. Franken sparen

Zu den Verbesserungen für die Lehrerschaft (wie etwa der Klassenleitungsentlastung) stehe er trotz den dunklen Wolken am Finanzhimmel, versprach Ankli. «Ich werde mich gegen Versuche, sie wieder abzuschaffen, zur Wehr setzen.»

Eine Aussage, die dem Bildungsdirektor den spontanen Applaus der Versammlung eintrug. – Hierauf konnte er Klartext zum strukturellen Defizit des Kantons reden. Den Beitrag, den sein Departement an die Sanierung zu leisten habe, bezifferte er auf 30 Mio. Franken. Am «runden Tisch», wo es dann konkret werde, rief Ankli in Erinnerung, werde auch der LSO vertreten sein. Allerdings werde niemand den «runden Tisch» mit einem guten Gefühl verlassen.

LSO für Ankli jederzeit erreichbar

Nachdem sich der Bildungsdirektor für die Ausstrahlung und das Engagement der solothurnischen Lehrerschaft bedankt hatte, überreichte ihm LSO-Präsidentin Dagmar Rösler ein Handy, auf dem nach ihren Worten nur die Telefonnummer des LSO gespeichert ist. «Du kannst uns immer anrufen», schärfte sie Remo Ankli ein.