Kanton Solothurn

Kantonale Verwaltung ist um 260 Stellen gewachsen

2014 zählt die kantonale Verwaltung 260 Stellen mehr als vor sechs Jahren.

2014 zählt die kantonale Verwaltung 260 Stellen mehr als vor sechs Jahren.

Vor sechs Jahren gab es beim Kanton 2653 Stellen. Mittlerweile ist die Zahl um 260 Stellen gestiegen. Damit Listet der Kanton aktuell 2913 sogenannte «Soll-Pensen» auf.

Die Sicherheit ist den Solothurnern lieb und teuer. Dies zeigen die Pensen-aufstockungen, die der Kanton in den letzten sechs Jahren vorgenommen hat. Die Bereiche Justiz und öffentliche Sicherheit stehen dort weit oben.

Insgesamt 2913 Pensen finanziert der Kanton 2014. Dies zeigen Zahlen des kantonalen Personalamtes. Damit hat der Bestand seit 2008 um satte 260 Pensen – oder 9,8 Prozent – zugenommen. Damals lag er bei 2653.

Ist die Zahl der Stellen in der kantonalen Verwaltung explodiert? Es gibt einen statistischen Vorbehalt: Erst seit Anfang 2014 werden auch die 145 Soll-Pensen an den Heilpädagogischen Sonderschulen in der kantonalen Statistik mitgezählt. – vorher tauchten sie dort nicht auf.

Auf der anderen Seite sind 2008 aber die 41 Pensen des Autobahnunterhalts ausgelagert worden und werden nicht mehr gezählt. Unter dem Strich kann man also mit knapp 160 neuen Stellen rechnen.

Sicherheit kostet

Zahlreiche der Pensen sind in den Bereichen Sicherheit und Justiz hinzugekommen. Alleine um 24 neue Pensen ist das Polizeikorps zwischen 2008 und 2013 aufgestockt worden. Weitere 10.5 Pensen sind 2009 bei der Staatsanwaltschaft und in der Strafverfolgung entstanden.

Unter dem Stichwort «Neuausrichtung Justizvollzugsanstalt mit Ausbau des geschlossenen Vollzugs» sind 22 neue Pensen aufgelistet. 18.5 neue Stellen gehen auf einen Ausbau im Amt für öffentliche Sicherheit zurück.

Letztere lassen sich zum einen mit höheren Fallzahlen im Freiheitsentzug begründen. Andererseits haben die Bundesvorschriften zum neuen Schweizer Pass zusätzliche Stellen ausgelöst.

«Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Zunahme mehrheitlich auf von Bund oder Kantonsrat vorgeschriebenen Leistungsausbau basiert», schreibt das Personalamt auf Anfrage. Weitere Gründe seien auch die Professionalisierung in gewissen Bereichen oder die Kompensation von Mehraufwand, gerade im Strafvollzug.

Neue Stellen schaffen wieder Stellen

Mit knapp 30 neuen Pensen schlägt auch die frisch geschaffene Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) zu Buche. Die vom Bund vorgeschriebene Behörde hat die Vormundschaftsbehörden abgelöst.

Eigentlich sollten damit die Sozialregionen der Gemeinden weniger zu tun haben. Doch von Entlastung ist dort keine Spur: Die kantonale Behörde hat derartigen Abklärungsbedarf, dass in zahlreichen Sozialregionen wiederum neue Stellen geschaffen werden mussten, um den Anliegen der KESB nachzukommen.

Ein weiterer grösserer Posten sind 15 Stellen beim Weibelwesen. Sie ersetzten 2009 die 60 nebenamtlichen Bezirksweibel, die nie in der Statistik enthalten waren. Weitere 24 Pensen sind zwischen 2008 und 2013 laut dem Personalamt wegen zusätzlicher Arbeitslast oder wegen neuer Aufgaben «wie z. B. dem Auf- und Ausbau der Energiefachstelle, der Fachstelle Bienen oder des E-Government» geschaffen worden.

«Schlanke» Verwaltung

Trotz der Zunahme gehört der Kanton Solothurn im Schweizer Vergleich bezüglich Verwaltungsausgaben (Kanton und Gemeinde) zu den fünf schlanksten Kantonen. Studien zeigen: Die Kosten betragen pro Kopf und Jahr 872 Franken. Genf gibt im Vergleich pro Kopf 1918 Franken für Verwaltungsausgaben aus.

Erfasst sind hier die Dienstellen, die zur «Wirkungsorientieren Verwaltung» gehören. Nicht enthalten sind bei den 2913 Pensen die Lernenden. Aktuell bildet der Kanton 160 Lehrlinge aus.

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