Jubiläum
Kantonale Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen feierte ihren 20.Geburtstag

Das Jubiläumsprogramm unter dem Motto «Selbsthilfe zeigt sich» lockte Menschen in die Säulenhalle im Landhaus in Solothurn, die sich in Selbsthilfegruppen engagieren, Fachleute und vielen Interessierte am Thema Selbsthilfe.

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Anna Sax, Gesundheitsökonomin und Mitglied Stiftungsrat Selbsthilfe Schweiz.

Anna Sax, Gesundheitsökonomin und Mitglied Stiftungsrat Selbsthilfe Schweiz.

Zur Verfügung gestellt

Eröffnet wurde der Anlass von den AphaSingers Solothurn. Ein Chor von Menschen die durch eine Hirnverletzung ihre Sprache verloren haben, jedoch nicht ihre Singstimme. Berührend und eindrücklich trugen sie ihren Gesang vor und zeigten wie Selbsthilfe auch ohne Worte funktioniert. Regierungsrat Remo Ankli überbrachte die Geburtstagsglückwünsche der Solothurner Regierung. Mit einem Augenzwinkern erwähnte er, dass auch der Regierungsrat eine Selbsthilfegruppe sei, alle hätten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen.

Brigit Wyss, die den Abend moderierte, durfte anschliessend die PionierInnen, Entwicklerinnen und Wegbereiterinnen der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen auf die Bühne bitten. Ob Rosetta Niederer, die Frau aus der ersten Stunde, die Pionierin Barbara Wyss oder Trägerschaftsverantwortliche, aus der ganzen 20 jährigen Geschichte stechen zwei Themen heraus: das Herzblut mit welchem sich alle für die Kontaktstelle eingesetzt haben und die Sorge ums finanzielle Überleben. Auch heute kämpft die Kontaktstelle immer wieder um finanzielle Unterstützung, damit sie die vielfältigen Aufgaben von der Beratung für Betroffene und Angehörige, über die Neugründung von Selbsthilfegruppen bis zur Öffentlichkeitsarbeit professionell machen kann.

Die Säulenhalle war an diesem Abend eine Ausstellungsgalerie und die Anwesenden BesucherInnen der Vernissage «Selbsthilfe zeigt sich». Über zwanzig Porträts in schwarz weiss von Menschen die sich in Selbsthilfegruppen engagieren, im Vorstand der Vereins Selbsthilfe sind oder dessen Arbeit im Patronatskomitee unterstützen zeigten auf, wie unterschiedlich Selbsthilfe erlebt wird oder wie viele Gründe es gibt sich dafür einzusetzen. Alle haben sie eines gemeinsam, es geht um die Erfahrung wie hilfereich menschliche Gemeinschaft in schwierigen Lebenssituationen sein kann.

Zum Schluss wies Anna Sax, Gesundheitsökonomin und Mitglied des Stiftungsrates von Selbsthilfe Schweiz, in ihrem interessanten Referat darauf hin, dass trotz fehlenden Zahlen die Investition in die Selbsthilfe eine Gute und Lohnende ist. Selbsthilfe entlastet die Betroffenen und Angehörigen in schwierigen Lebenssituationen, wie auch unser Gesundheitsystem und Sozialwesen.

Das Fest ging weiter mit einem genussvollen Apéro und angeregten Diskussionen und Austausch und zeigte auf eindrückliche Art und Weise, wie lebendig das Netzwerk der Selbsthilfe im Kanton Solothurn ist und wie es unserer Unterstützung bedarf und verdient. (mgt)