Der Neubau soll eine Anschlusslösung für das zeitlich befristete Asylzentrum in der Fridau Egerkingen darstellen, das vertraglich nur noch bis Ende Oktober 2017 zur Verfügung steht. Für die 80 Plätze muss eine Anschlusslösung realisiert werden. 

Der Kanton Solothurn steht unter Zugzwang: «Es war bei der Fridau-Eröffnung klar, dass der Drei-Jahres-Ticker läuft und wir sofort weiterschauen müssen», macht Claudia Hänzi, Chefin im kantonalen Amt für soziale Sicherheit (ASO), auf Anfrage deutlich. Dies, sowie die Entwicklung im Asylbereich würden klar belegen, dass sich die Situation nicht wirklich entspannen werde.

Zur Bewältigung der erhöhten Zuwanderung im Asylbereich wurden verschiedene Kleinzentren aktiviert. Diese sind laut Kanton im Betrieb aufwändiger und sollen mittelfristig in einen grösseren Betrieb überführt werden.

Geeignet für Neubau

Der Kanton verfügt auf dem Gelände Schachen über ein Grundstück, welches für den Neubau eines Asylzentrums geeignet erscheint. Er hat am 13. Mai 2015 die Gemeinderäte von Flumenthal und Deitingen zu einem ersten Gespräch getroffen und ein mögliches Projekt vorgestellt. «Der Dialog wird in den kommenden Wochen weitergeführt», heisst es.

Zwischen der Justizvollzugsanstalt Schachen und der Autobahnraststätte Deitingemn Nord: Hier käme das Asylzentrum zu stehen.

Zwischen der Justizvollzugsanstalt Schachen und der Autobahnraststätte Deitingemn Nord: Hier käme das Asylzentrum zu stehen.

Am 29. Juni findet in Deitingen eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung statt.

Claudia Hänzi lobt die anvisierte «gute und günstige Lösung - statt immer Pflästerlipolitik betreiben zu müssen». Was heisst denn hier günstig? Konrete Zahlen zu nennen sei noch nicht möglich, hält die ASO-Chefin fest. Die Schätzung mit einem zweistelligen Millionenbetrag erachtet sie als zu hochgegriffen. Dies umso mehr, als das Gebäude ja nicht in Massivbauweise sondern in einem modularen Aufbau geplant sei.

Interesse an Bundeszentrum 

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) des Bundes habe zudem sein Interesse bekundet, eine Asylunterkunft im Schachen in den nächsten Jahren zu übernehmen und als Bundeszentrum zu betreiben.

Eine Delegation des SEM hat am Gespräch im Mai teilgenommen. Das SEM prüft nun eine mögliche Nutzung im Rahmen der Neustrukturierung des Asylbereichs. (ums./szr)

Der Osttrakt der Klinik Fridau am Hang oberhalb von Egerkingen dient seit Ende 2014 als Unterkunft von Asylbewerbern.

Der Osttrakt der Klinik Fridau am Hang oberhalb von Egerkingen dient seit Ende 2014 als Unterkunft von Asylbewerbern.