Cleantech
Kanton will bei Unternehmen Interesse an Cleantech wecken

Der Kanton Solothurn will das energieeffiziente Produzieren und die innovative Produkteentwicklung tatkräftig fördern. Eine Roadshow zum Thema Cleantech soll das Interesse der Unternehmer wecken.

Franz Schaible
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Sven Zybell, Synthes-Werkleiter Bettlach (l.) gewährte Karl Brander von der kantonalen Wirtschaftsförderung «Gastrecht».

Sven Zybell, Synthes-Werkleiter Bettlach (l.) gewährte Karl Brander von der kantonalen Wirtschaftsförderung «Gastrecht».

Hansjörg Sahli

Das vor Jahresfrist vom Kanton Solothurn gestartete Förderprogramm «Cleantech» wird zurzeit auf einer Roadshow «vermarktet». Am Mittwoch orientierten auf ihrer Tour durch den Kanton die Wirtschaftsförderung und die Solothurner Handelskammer bereits zum vierten Mal über die Zielsetzung des Programmes und dessen konkrete Umsetzung. Die «Truppe» war dieses Mal zu Gast im Produktionswerk Bettlach des Medtechunternehmens DePuy Synthes.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung räumte Karl Brander mit einem weitverbreiteten Missverständnis auf: «Cleantech ist nicht einfach gleichzusetzen mit Energie.» Der Begriff «saubere Technologie» stehe vielmehr für eine ressourcenschonende Art zu wirtschaften mit dem Ziel, eben diese Ressourcen zu schützen und zu erhalten, erklärte der Leiter Ansiedlung bei der Wirtschaftsförderung, wo die Anlaufstelle angesiedelt ist.

Cleantech komme branchenübergreifend und auf allen Stufen der Wertschöpfungskette zur Anwendung; sei es bei der Entwicklung neuer Technologien, bei Herstellverfahren oder bei innovativen Produktentwicklungen. Kurz: Saubere Technologie bedeute energieeffizientes Produzieren bei gleichzeitiger Emissionsreduktion und Ressourcenschonung. «Das ist gleich zusetzen mit Geld», sagte Brander. «Ökologie und Ökonomie schliessen sich nicht aus.»

Beraten, vermitteln und umsetzen

Das seien zwar für viele bloss schöne Worte, räumte Brander ein. Die Wirtschaftsförderung wolle aber mit diesem Aktions-Schwerpunkt die Wettbewerbsfähigkeit der Solothurner Unternehmen stärken. Die Anlaufstelle habe dazu ein dichtes Netzwerk aufgebaut. Brander erwähnt die enge Zusammenarbeit mit dem Verein Präzisionscluster in Biel, dem rund 100 Firmen und Hochschulen angeschlossen sind und mit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW).
So versprach Markus Krack von der FHNW-Hochschule für Technik in Windisch, interessierte Firmen bei der Suche nach Potenzial im Bereich des energieeffizienten Produzierens tatkräftig zu unterstützen.

Ziel der Massnahmen sei, «einen maximalen Gewinn aus minimalen Ressourcen zu erzielen». Bedarf sei vorhanden, berichtete Thomas Heim von der Effizienzagentur Schweiz, die bereits über 150 Firmen im In- und Ausland analysiert hat. «Jeder Betrieb hat entsprechendes Einsparpotenzial. Man muss es nur finden.» Studien hätten in der Industrie allein in Deutschland bei den Materialkosten ein Potenzial von 20 Prozent aufgezeigt. Selbst mit einfachen Fragestellungen wie - «Warum wird ein Teil getrocknet, welches schon trocken genug ist? Warum wird ein Teil gereinigt, welches schon sauber genug ist?» - könne viel erreicht werden.

Wirtschaftsförderer Brander erwähnte zudem, dass der Kanton gezielt bestehende Areale (wie Borregaard) hin zu Cleantech-Standorten ausbauen wolle. Und in der Zusammenarbeit mit der Promotionsagentur Greater Zurich Area sei Cleantech als Ansiedlungsschwerpunkt gesetzt.