Die Zivilschutzanlagen sind im Besitz der Gemeinden, können aber im Bedarfsfall an den Kanton vermietet werden. Laut Auskunft von Claudia Hänzi, Chefin im Amt für soziale Sicherheit, hat der Kanton «eine Zivilschutzanlage in Reserve», um dort allenfalls Asylsuchende – vorübergehend – einzuquartieren. «Derzeit nützen wir aber keine dieser Anlagen», sagt die Amtschefin. Bis Ende Mai dieses Jahres war die Zivilschutzanlage beim Solothurner Bürgerspital während insgesamt eineinhalb Jahren als Durchgangszentrum in Betrieb. Die Asylsuchenden waren dort, so Hänzi, jeweils drei bis vier Monate untergebracht. Im Unterschied zu Kestenholz kam es in Solothurn zu keinen Protesten vonseiten Asylsuchender. Die Zivilschutzanlage in Kestenholz biete dabei, wie Hänzi versichert, bessere Platzverhältnisse und sei auch in der Einrichtung ansprechender.

Egal, ob eine Zivilschutzanlage vom Kanton oder einer Gemeinde als Asylunterkunft genutzt wird: Für beide Fälle gilt, dass Asylsuchende dort nur vorübergehend untergebracht werden, unterstreicht die Amtschefin. Zudem würden einzig «gesunde und alleinstehende Männer» im Bedarfsfall einer solchen Unterkunft zugeteilt. Zuständig für die Verteilung der Asylsuchenden auf die verschiedenen Unterkünfte auf Kantons- und Gemeindeebene ist eine Fachperson innerhalb des Amtes für soziale Sicherheit.

Ein Mangel an Asylunterkünften bestehe derzeit vor allem beim Kanton, hält Hänzi fest - und nicht in den Gemeinden. Hänzi spricht von 80 bis 100 fehlenden Plätzen in kantonalen Zentren. Dies vor allem deshalb, weil der Kanton rund die Hälfte der ihm zugeteilten Asylsuchenden nicht auf die Gemeinden verteilen möchte. Hänzi: «Wir gehen davon aus, dass diese Personen nur für wenige Wochen im Kanton bzw. der Schweiz verweilen dürfen.» (esf)