Luterbach
Kanton und Baustofffirma einigen sich über Baurecht auf Areal Attisholz-Süd

Der Solothurner Regierungsrat hat mit der Solothurner Baustofffirma Vigier einen 100-jährigen Baurechtsvertrag über eine Parzelle von rund 37‘000 m2 Fläche auf dem Areal Attisholz Süd in Luterbach genehmigt.

Franz Schaible
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Mit dem Baurechtsvertrag verpflichtet sich die Baurechtsnehmerin auch, sich an den Erschliessungskosten des gesamten Areals sowie an den Kosten für die Neugestaltung und Aufwertung des Aareufers zu beteiligen.

Mit dem Baurechtsvertrag verpflichtet sich die Baurechtsnehmerin auch, sich an den Erschliessungskosten des gesamten Areals sowie an den Kosten für die Neugestaltung und Aufwertung des Aareufers zu beteiligen.

Hansjörg Sahli

Auf dem Areal Attisholz-Süd in Luterbach gibt es Bewegung: Der Kanton Solothurn als Eigentümer des brachliegenden Industrieareals von rund 35 Hektaren hat eine Parzelle im Baurecht an die Baustoffgruppe Vigier abgetreten. Dies gaben beide Seiten am Montag in einem gemeinsamen Communiqué bekannt. Die Parzelle von rund 37 000 Quadratmeter Fläche befindet sich im nordöstlichen Teil des ehemaligen Borregaard-Areals, westlich vom bestehenden Standort der AEK Energie AG an der Jurastrasse. Die Fläche entspricht in etwa der Grösse von fünf Fussballfeldern.

Weitere Projekte im Gespräch

Es handle sich um das erste konkrete Projekt, welches auf dem Areal südlich der Aare angesiedelt werde, sagte auf Anfrage Guido Keune, stellvertretender Kantonsbaumeister. Verhandlungen mit weiteren Interessenten an einer Ansiedlung in Luterbach seien am Laufen. Der Kanton bevorzuge grundsätzlich eine Abtretung der Parzellen im Baurecht. Keune: «Der Kanton generiert so langfristige Einnahmen und bleibt gleichzeitig Eigentümerin der Parzelle.» Allerdings sei ein Verkauf einzelner Landstücke auch nicht kategorisch ausgeschlossen. Wie viel Baurechtszins im vorliegenden Fall Vigier bezahle, werde nicht bekannt gegeben. Der Baurechtsvertrag sei ab der öffentlichen Beurkundung gültig, welche demnächst erfolgen werde.

Geschlossener Baustoffkreislauf

Was die Vigier Beton Mittelland AG, eine Tochter des Vigier-Konzerns, auf dem Areal vorhat, sei noch nicht definitiv klar, sagt Didier Kreienbühl, Kommunikationsleiter der Vigier Holding. Er verweist auf die Mitteilung. Darin steht, dass «Vigier jetzt mit der Planung eines industriellen Projekts im angestammten Geschäftsbereich Cleantech» beginnen werde. Deren Realisierung könne zur Schaffung von bis zu 50 neuen Arbeitsplätzen führen. «Für die Projektierung und Realisierung haben wir mehrere Jahre eingeplant», so Kreienbühl. Etwas konkreter äussert sich Keune vom Kanton.

Ein Projekt sei eine Aufbereitungsanlage von Baumaterialien. Ziel sei, das Abbruchmaterial fachgerecht aufzubereiten und wieder in den Baustoffkreislauf zurückzuführen. Kreienbühl spricht von einem Projekt in «einem angestammten Tätigkeitsgebiet». Im «Wirtschaftsflash» der Handelskammer vom November 2011 liess sich die Vigier AG wie folgt zitieren: «Baustoffrecycling gewährleistet den nachhaltigen Umgang mit der Umwelt sowie unserem Primärrohstoff Kies und schont unser rares Deponievolumen.» Die Parzelle befinde sich mitten im Einzugsgebiet der Vigier Beton AG, sagt Kreienbühl. Die Sicherung des Areals mache deshalb allein schon geografisch Sinn.

Das Unternehmen ist domizilmässig schon länger mit den Liegenschaften der 2008 geschlossenen Zellulosefabrik Borregaard «verbunden». Seit einigen Jahren hat die Firma ihren Bürostandort für die Administration und Verwaltung im Bürogebäude der ehemaligen Borregaard nördlich der Aare. Ob dieser später auf das nun im Baurecht erworbene Areal südlich der Aare verlegt werde, sei offen, so Kreienbühl.

Die Vigier Beton Mittelland AG ist ein Baustoffproduzent und beschäftigt in sieben Betrieben in der Region rund 70 Mitarbeitende. Das Unternehmen gehört zur 1871 gegründeten Vigier-Gruppe. Deren Holdingsitz befindet sich im Wylihof in Luterbach, in unmittelbarer Nähe zum Areal Attisholz-Süd. Die Gruppe ist mit fünf Bereichen – Vigier-Ciment AG, Vigier Beton, Vigier Rail AG, Créabeton Matérieux AG und Altola AG – und mit 35 Standorten auf dem Markt aktiv. Der Konzern beschäftigt rund 1100 Mitarbeitende. 2001 wurde die gesamte Vigier-Gruppe vom international tägigen französischen Baustoff- und Zementkonzern Vicat übernommen.

An Erschliessung beteiligt

Bereits 2013 habe die Vigier Beton Mittelland AG ihr Interesse für eine Bauparzelle mit Bahnanschluss am Standort Luterbach beim Kanton angemeldet, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Regierungsrat habe nun das vom Baurechtsvertrag betroffene Stück des Teilzonen- und Erschliessungsplans «Attisholz-Süd» der Gemeinde Luterbach genehmigt. Die Baurechtsnehmerin habe zugesagt, sich an den Erschliessungskosten des gesamten Areals sowie an den Kosten für die Neugestaltung des Aareufers zu beteiligen. Es gehe um «einen wesentlichen Betrag», so Keune. Insgesamt beliefen sich diese Kosten auf mehrere Millionen Franken.

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