Kanton Solothurn
Viele Gebiete für Mais tabu: Ein Schädling sorgt für Einschränkungen beim Anbau

Um den eingeschleppten Maiswurzelbohrer zu bekämpfen, stellen die Pflanzenschutzdienste jedes Jahr Fallen auf. Auch 2021 wurden wieder fast im ganzen Kanton Käfer gefunden. Bauern müssen deshalb auf anderen Teilen ihrer Felder anpflanzen.

Sophie Deck
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Die Maiswurzelbohrer schlüpfen ein Jahr nach dem Ablegen aus ihren Eiern.

Die Maiswurzelbohrer schlüpfen ein Jahr nach dem Ablegen aus ihren Eiern.

Solothurner Zeitung

Fast im ganzen Kanton Solothurn darf 2022 nicht auf denselben Feldern Mais angebaut werden wie 2021. Der Grund: ein Käfer. Der Maiswurzelbohrer, der seine Eier in Maisfeldern legt, kam ursprünglich von Deutschland, Frankreich und Italien in die Schweiz und landete 2018 schliesslich auch in Solothurn.

Die Larven des Maiswurzelbohrers schlüpfen jeweils im Folgejahr nach dem Ablegen der Eier. Also würden Larven, die dieses Jahr in Maisfeldern abgelegt wurden, 2022 schlüpfen. So würde sich der Käfer immer weiter vermehren und immer mehr Mais zerstören.

Dies verhindern die Pflanzenschutzdienste jedoch mit einer Strategie: Jedes Jahr stellen sie in Maisfeldern Maiswurzelbohrerfallen auf. Fängt eine dieser Fallen auch nur einen Maiswurzelbohrer, dann ist das Gebiet in einem 10-Kilometer-Radius um die Falle herum im nächsten Jahr Sperrgebiet - dort darf kein Mais angebaut werden.

Die Bauern müssen vorausplanen

Dieses Jahr haben alle Fallen im Kanton zwischen einem und 20 Käfern gefangen, ausser die im Bucheggberg und in Grenchen. Die Einschränkung habe für die meisten Bauern jedoch keine gravierenden Auswirkungen, erklärt Gaetano Mori, Leiter Pflanzenschutzdienst des Wallierhof.

Sie müssten einfach vorausplanen und den Mais jedes Jahr auf einem anderen Teil ihres Landes anbauen als im Jahr zuvor. So vorauszuplanen sei sowieso empfohlen – unabhängig von den Ergebnissen der Fallen – und die meisten machten es auch. Nur die, die nicht mit den Maiswurzelbohrern rechnen, könnten ein Problem bekommen.

Grundsätzlich sollte man möglichst nicht zwei Jahre hintereinander am gleichen Ort die gleiche Kultur anbauen, weil es bei allen Schädlinge wie den Maiswurzelbohrer gibt. Mit Mais wurde dies jedoch noch öfter gemacht, bevor der Maiswurzelbohrer auftauchte.

Der Maiswurzelbohrer verbreitet sich Richtung Süden

Seit der Maiswurzelbohrer zu uns gekommen ist, verbreite er sich im Kanton etwa so wie erwartet, sagt Geatano Mori. Nicht übermässig schnell, aber immer etwas mehr Richtung Süden.

Mit den Einschränkungen könne man diese Ausbreitung gut in Schach halten, so Mori weiter. Im Gegensatz zu anderen Kantonen ist der Kanton Solothurn mit der Grösse der Sperrzone relativ stark betroffen. Die Ergebnisse für Solothurn sowie die restlichen Kantone werden Ende Oktober oder Anfang November vom Pflanzenschutzdienst offiziell kommuniziert werden.

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