Kanton Solothurn
«Trostpflaster» für 75 junge Leute:Dieses Ersatzprogramm gibt’s im Jubiläumsjahr von «das andere Lager»

2021 hätte die 30. Ausgabe des «anderen Lagers» stattgefunden – eine Solothurner Erfindung, im Rahmen welcher Kinder und Jugendliche aus der Regelschule sowie aus Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigung zusammenkommen. Wegen Corona ist dieses Jahr alles ein bisschen anders – abgeblasen ist die Sache aber nicht.

Gundi Klemm
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Die Teilnehmenden üben sich im Streetracket.
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Ein Workshop drehte sich rund ums Thema Wild und wald.
Der ehemalige Grenchner Kantonsrat Peter Brotschi mit einer Teilnehmerin.
Auch Videoworkshops fanden statt.
Auch Swingolf stand auf dem Programm.

Die Teilnehmenden üben sich im Streetracket.

Zvg

Eigentlich wären jetzt gerade 150 junge Menschen unter dem Lagermotto «wieder zäme» eine Woche lang bei Sport und Spiel in Schwarzenburg versammelt. Zum 30. Mal hätte die solothurnische Pioniererfindung «das andere Lager» mit Teilnehmenden aus Schulen sowie aus Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigung stattfinden sollen – wenn nicht die Pandemie wäre.

Schon auf die Durchführung des Lagers 2020 musste verzichtet werden.

«Deshalb haben wir allen zur Lagerwoche Angemeldeten elf Vorschläge für ein jeweils halbtägiges, überwiegend Rollstuhl-geeignetes Alternativprogramm gemacht»,

erklärt Christoph Büschi namens des Vereins «das andere Lager».

Sechs Angebote im ganzen Kanton

75 Jugendliche meldeten sich an für sechs Angebote, die im gesamten Kanton stattfinden. Es handelt sich um eine Exkursion in «Wild und Wald» in Buchegg, um die neue Trendsportart «Swingolf» in Hochwald und um «Street Art und Graffiti»-Wandbilder, die in Riedholz/Attisholz-Nord zu entdecken sind. Im jeweils eigenen Schulhaus der Beteiligten werden ein Videoworkshop, das überall spielbare «Streetracket» und Lektionen im Fechten organisiert.

«Für die jeweiligen Kursleitungen haben wir kompetente Fachverantwortliche gefunden, für die ihre vorgestellten Themen eine Herzensangelegenheit darstellen», betont Büschi, der bereits von verschiedenen begeisterten Rückmeldungen berichtet.

Für die Graffiti-Einführung und die Videoworkshops habe der Verein bewährte Kursleitungen der Kulturwoche Solothurn gewinnen können. Mit unterwegs im halbtägigen, kostenlosen Alternativprogramm sind auch Mitglieder aus dem Vorstand von «das andere Lager», die petrolfarbene Shirts mit dem Aufdruck «wieder daheim» an alle Beteiligten verteilen.

Den grössten «Run», so Büschi, habe es auf die Graffiti-Angebote gegeben. «Aber insgesamt haben alle Gruppen Freude an unserem Trostpflaster, das Aktivität und Zusammensein bedeutet.»