Das bis anhin verwendete Koordinatensystem der Schweiz wurde im Jahr 1903 festgelegt. «Die Messgenauigkeit von damals entspricht nicht mehr den technischen Möglichkeiten von heute und genügt den heutigen und zukünftigen Anforderungen nicht mehr», heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei.

Dank modernen, satellitengestützten Methoden könnten Koordinaten heute in der ganzen Schweiz mit einer Genauigkeit im Zentimeterbereich bestimmt werden. In den 1990er Jahren wurden die Referenzpunkte der Landesvermessung mit Hilfe der Satellitentechnologie vermessen. Diese Messungen sind die Basis für den neuen Bezugsrahmen der Landesvermessung aus dem Jahr 1995. «Der neue Bezugsrahmen ermöglicht eine bessere Messgenauigkeit und die Nutzung von Satellitentechnologie ist viel einfacher möglich», heisst es. Dasselbe gelte auch für die Kompatibilität mit den Systemen der Nachbarländer.

7-stellige Koordinaten

Die «alten» Koordinaten waren 6-stellig, die «neuen» Koordinaten haben 7 Stellen. Zudem werden die Koordinatenachsen neu klar bezeichnet: E (statt y) für Ost / East und N (statt x) für Nord / North.

Die Koordinatenwerte von Daten ändern sich praktisch alle gleich, so dass die Daten in die gleiche Richtung verschoben werden. Die Distanzen und Flächen können sich aber trotzdem geringfügig ändern. Der Mittelwert der Verschiebung beträgt in Solothurn 57 cm in Richtung Nordost.

Die Änderungen sind wichtig für Vermessungs- und Baufachleute und für alle Personen, die an ihre Geodaten Genauigkeitsansprüche im Meter- oder Zentimeterbereich stellen. Auf den Inhalt von Karten haben die Änderungen hingegen keinen Einfluss – abgesehen von den neuen Koordinaten am Kartenrand. 

Grundstücksgrenzen bleiben

Aufgrund der neuen Koordinaten der Grenzpunkte werden die Grundstücksflächen in der amtlichen Vermessung für alle Grundstücke neu berechnet. Die Anpassung ist rein rechnerisch und hat keine Änderungen der Grundstücksgrenzen im Gelände zur Folge. «Die Grundeigentümer sind daher nicht in ihren Eigentumsrechten berührt», heisst es im Communiqué.

Die neu berechneten Grundbuchflächen werden dem Grundbuchamt mitgeteilt und ohne weitere Anzeige im Grundbuch nachgeführt.

Die Grundstücke verschieben sich leicht.

Die Grundstücke verschieben sich leicht.

Gesetzliche Grundlage

Gemäss Art. 53 Abs. 2 der Verordnung über Geoinformation (GeoIV, SR 510.620) haben die Kantone die Landesvermessung 1995 in der amtlichen Vermessung (Grundbuchvermessung) bis spätestens Ende 2016 einzuführen. Für weitere raumbezogene Daten besteht eine Übergangsfrist bis 2020.

Der Regierungsrat hat am 7. November 2016 beschlossen, den Bezugsrahmen LV95 am 14. November 2016 im Kanton Solothurn für alle raumbezogenen Daten der verwaltungsinternen Geodateninfrastruktur einzuführen. (sks/ldu)

Die neuen Grundstücksflächen sind im Internet ab dem 14. November 2016 abrufbar unter: http://geoweb.so.ch/map/grundbuchplan-nf