Asylwesen

Kanton Solothurn möchte Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen

Syrer auf der Flucht.

Syrer auf der Flucht.

Der Kanton Solothurn ist bereit, Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Er hat Interesse angemeldet, an einem entsprechenden Pilotprojekt von Bundesrätin Simonetta Sommaruga teilzunehmen.

Anfang September hat die Bundesrätin angekündigt, in einem auf drei Jahre angelegten Pilotprojekt 500 Kontingentsflüchtlinge aus Syrien aufzunehmen.

Bis zu fünf Kantone sucht der Bund, die am Projekt teilnehmen. «Wir sind bereit mitzumachen und haben dem Bund ein entsprechendes Signal gegeben», sagt Claudia Hänzi, Chefin des kantonalen Amtes für soziale Sicherheit, auf Anfrage dieser Zeitung. «Ob die Flüchtlinge dann tatsächlich in den Kanton kommen, können wir heute aber noch nicht sagen», hält Hänzi fest.

Dies hängt davon ab, wie viele Kantone teilnehmen möchten. Bis jetzt hat etwa auch Baselland sein Interesse angemeldet.

Langwieriges Verfahren fällt weg

Für den Kanton hätte die Aufnahme der syrischen Flüchtlinge auch Vorteile. Sie werden dem Verteilschlüssel der Asylsuchenden auf die Kantone angerechnet. Der Kanton müsste somit weniger Asylsuchende über das ordentliche Verfahren aufnehmen. Für Claudia Hänzi ist klar: «Es handelt sich um sehr schutzbedürftige Personen.» Ob diese Personen überhaupt Anrecht auf Asyl haben, muss gar nicht mehr abgeklärt werden. «Langwierige Abklärungen, die den Prozess verlängern, fallen weg. Es ist viel einfacher», sagt Hänzi. Und auch bei der Bevölkerung könnte das Verständnis für diese Flüchtlinge grösser sein. «Es wird nicht infrage gestellt, dass diese Leute Hilfe brauchen», so Hänzi.

Da die Personen den Flüchtlingsstatus bestimmt erfüllen werden, steht im Projekt des Bundes eine langfristige Integration im Vordergrund. Der Bund sieht für die Flüchtlinge ein spezielles Integrationsprogramm mit Sprachkursen, Schulungen und Praktika vor. Aufnehmen will der Bund besonders verletzliche Personen. Die Frauen- und Mädchenquote soll bei 40 bis 60 Prozent liegen, sieben Prozent der Plätze sollen an Kranke oder Betagte vergeben werden. Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge unterbreitet der Schweiz Dossiers mit Vorschlägen.

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