Kanton Solothurn
Mitgliederschwund in der Reformierten Kantonalkirche: Zukunftsstrategie gefordert

Die Kirchgemeinde Olten reicht bei der Synode eine Motion ein zum Mitgliederschwund in der Reformierten Kantonalkirche.

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Jurahof Olten - Jurastrasse 20 Verwaltung Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Olten / Pro Senectute.

Jurahof Olten - Jurastrasse 20 Verwaltung Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Olten / Pro Senectute.

Bruno Kissling

In den letzten 20 Jahren nahm die Zahl der Mitglieder der Reformierten Kirche Kanton Solothurn von 32'932 auf 24'832 ab. Eine Tatsache, die nach einer Zukunftsstrategie der Kantonalkirche rufe, findet die Kirchgemeinde Olten.

Sie reichte der Synode eine Motion ein, die eine Strategie und Vision für die Zukunft der Kirche verlangt. Die Verantwortlichen in Olten sorgen sich um den Auftrag und die Strukturen der Kirche angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen, namentlich der zurückgehenden Anzahl der Mitglieder und der Finanzen. Man müsse diese Entwicklung proaktiv angehen und erwarte mehr Unterstützung vom Synodalrat, so Thomas Rutschi, Olten. Die Synodalen von Olten befürchten zunehmend Spannungen zwischen der Kantonalkirche und den Kirchgemeinden, die beide ihre Aufgaben mit weniger Geld erfüllen müssen.

Der Synodalrat nahm die Motion entgegen und wird zuhanden des Kirchenparlaments einen Bericht verfassen. Synodalratspräsidentin Evelyn Borer wies darauf hin, dass die Kantonalkirche keine Mitglieder habe, sondern die Kirchgemeinden. Deshalb sei die Arbeit vor Ort in den Gemeinden so wichtig und dort werde man die Kirchgemeinden gerne unterstützen.

So reagierten andere Kantonalkirchen

In die gleiche Kerbe schlug Synodalrat Werner Berger. Er informierte darüber, wie andere Kantonalkirchen auf Herausforderungen reagierten. Bern, Zürich und Basel hätten Fachstellen für die Gemeindeentwicklung geschaffen. Die Berner Kantonalkirche habe ihre Strukturen geändert und die reformierten Kirchgemeinden der Stadt Zürich hätten sich zusammengeschlossen. Doch Berger warnte vor übertriebener Hoffnung. Bis jetzt habe noch keine Kirche die Lösung gefunden. Es zeige sich, dass hier die Kirchgemeinden gefordert seien. Sie müssten die Beziehungen pflegen, auf die Leute zugehen und den Kontakt zu den Kirchenfernen, Neuzuzüglern und Ausgetretenen halten.

Da im Coronajahr viele Anlässe nicht stattfinden konnten, resultierte in der Rechnung 2020 ein Überschuss von 142'000 Franken. Die Synode beschloss, je 15'000 Franken dem Heks und dem Sterbehospiz Solothurn zu überweisen. (szr)